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Continental will wegen Gewinneinbruchs Stellen streichen und Portfolio überprüfen

Neues Opfer der Automobilkrise : Continental will nach Gewinneinbruch Jobs streichen

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental sieht sich angesichts der Lage auf den Automärkten zu harten Einschnitten gezwungen. Nach dem jüngsten Gewinneinbruch will das Unternehmen Stellen streichen und damit Kosten senken.

Zudem sollen Investitionen in Technik für den Verbrennungsmotor gekappt werden.

Die Unternehmensleitung habe dem Aufsichtsrat ihre Strategie dargelegt. Der daraus entstehende Handlungsbedarf werde nun mit den Arbeitnehmervertretern besprochen. Es sei noch nicht abzusehen, wann Entscheidungen über den möglichen Stellenabbau fielen, sagte Conti-Finanzchef Wolfgang Schäfer: „Wir müssen unsere Kosten weiter anpassen.“

Die Autoproduktion sei im zweiten Quartal im Jahresvergleich um sieben Prozent gesunken, in Contis Hauptmärkten sogar um neun Prozent, sagte Schäfer. Zu den anstehenden Maßnahmen gehöre die Überprüfung des Portfolios. Mögliche Verkäufe wollte er weder bestätigen noch ausschließen.

Bereits im ersten Halbjahr fuhr der weltweit zweitgrößte Autozulieferer die Mitarbeiterzahl nach Angaben von Schäfer etwas herunter, wenn Zukäufe herausgerechnet werden. Zur Jahresmitte beschäftigte Conti 244 615 Mitarbeiter.

Einen Anpassungsschritt geht Continental bereits in der Antriebssparte, die der Konzern kommendes Jahr an die Börse bringen will. Auf die maue Nachfrage nach Komponenten für den Verbrennungsmotor will Conti reagieren, indem die Investitionen in den Bereich zurückgefahren werden. Neue Aufträge hierfür würden künftig eine geringere Rolle in dem Unternehmensteil spielen.

Im zweiten Quartal hatte es die Antriebssparte insgesamt schwer. Der Umsatz ging bereinigt um Zukäufe und Wechselkursschwankungen zurück, das operative Ergebnis fiel gleich um 40 Prozent auf nur noch 72,5 Millionen Euro.

Vor gut zwei Wochen hatte Continental seinen Jahresausblick bei Umsatz und Gewinnmarge kappen müssen.Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn sackte um 41 Prozent auf 484,8 Millionen Euro ab.

Widerstandsfähiger als die Autozuliefersparte zeigt sich nach wie vor das Reifengeschäft. Der Bereich mit Reifen ist seit Jahren die Ertragsperle von Conti. Im zweiten Quartal hat der Konzern weltweit einen leicht positiven Effekt durch teurere Reifen erzielt, die schwächere Erstausrüstung infolge der geringeren Autoproduktion machte das aber wieder zunichte.

(dpa)