Busfahren auf kürzeren Strecken billiger

Neuer Tarif für Kurzstrecken : Kurzstrecken im Saarland werden ab Juli billiger

Saarländer bezahlen bei Fahrten bis zu sechs Haltestellen künftig deutlich weniger – Verkehrsministerium gleicht die Mindereinnahmen aus.

Was bisher nur einigen Saarländern in Saarbrücken, Völklingen, Püttlingen und in Teilen in Neunkirchen möglich war, gibt es ab 1. Juli für die komplette saarländische Bevölkerung: das Kurzstrecken-Ticket im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV).

Gestern stellten Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) und Elke Schmidt, Prokuristin der Saar-VV GmbH, unter dem Motto „Mach’s kurz!“ den neuen Tarif vor. Inklusive Einstiegshaltestelle darf mit dem 1,90 Euro teuren Ticket – egal ob mit Bus oder Saarbahn – sechs Haltestellen weit gefahren und sogar eine Wabengrenze überfahren werden. Innerhalb der Saarbrücker Großwabe darf mit dem Ticket auch umgestiegen werden. So können Nutzer bis zu 45 Prozent sparen. Ausgenommen sind die Deutsche Bahn, Vlexx-Bahnen, die Schnelllinien 110 und 175 sowie die Linien 155, 156, 157 und 159, die nach Luxemburg fahren.

„Mit dieser Maßnahme haben wir einen wirklichen Wurf hinbekommen“, sagte Rehlinger. „Damit machen wir das Busfahren für viele Gelegenheitsfahrer wesentlich attraktiver.“ Nach dem neuen Jobticket, das im Frühjahr dieses Jahres vorgestellt wurde, ist das die zweite Maßnahme nach der Neuerung des ÖPNV-Gesetzes zu Beginn dieses Jahres. „Wir sind sehr froh, dass das Kurzstrecken-Ticket ins System integriert wird. Das ist ein weiterer kleiner Schritt, um die Attraktivität des ÖPNV zu steigern“, sagte Schmidt. Von der Änderung profitieren vor allem Leute, die nah an einer Wabengrenze wohnen. Ein Einzelfahrschein durch zwei Waben kostet 3,10 Euro. Das macht eine Ersparnis von etwa 39 Prozent aus. Wenn die Wabe eine der beiden Großwaben – Saarbrücken oder Völklingen – ist, kostet das Einzelticket sogar 3,50 (45 Prozent Ersparnis).

Als Beispiel nannte Schmidt eine Fahrt von der Bahnhofstraße in Sulzbach zum Dudoplatz in Dudweiler. Hier sparen die Kunden besagte 1,60 Euro durch den neuen Tarif. Einen weiteren Vorteil sieht Schmidt für Kinder. „Selbst die ermäßigten Fahrscheine sind noch teurer als das Kurzstrecken-Ticket. Daher sparen auch die Jüngsten mit der Neuerung“, erklärte sie.

Durch den günstigeren Preis entstehen dem Saar-VV Mindereinnahmen, die vom Verkehrsministerium ausgeglichen werden. „Der von der Arbeitsgruppe eingesetzte Gutachter hat 350 000 Euro im Jahr prognostiziert. Diese Summe werden wir ins System investieren“, sagte Ministerin Rehlinger. Das Ziel des neuen Tarifs sei nicht nur gewesen, es für die Nutzer billiger zu machen, sondern auch einfacher. Jetzt kann unabhängig von der nächsten Wabengrenze ein Kurzstrecken-Ticket genutzt werden, was „vielen Kunden einen sehr großen Nutzen bringt“, wie Schmidt sagte. Mit dem neuen Tarif wird den Forderungen des Verkehrsclubs Deutschland nachgegeben, ein solches Ticket anzubieten. Die Karten gibt es direkt beim Busfahrer oder den Automaten an den Saarbahn-Haltestellen. Sie sind ab dem Kauf 30 Minuten gültig und beinhalten keine Rückfahrt.

Aber auch mit dieser Änderung sind die Arbeiten innerhalb des neuen gesetzlichen Rahmens noch nicht beendet. „Wir arbeiten noch an der Wabenstruktur“, sagte Rehlinger. Auch diese Neuerung soll noch in diesem Jahr erfolgen.

Weitere Infos zu den Tarifbestimmungen finden Sie unter www.saarvv.de.