Bundeswirtschaftsminister kämpft gegen US-Strafzölle.

Kampf um Zukunft der Stahlindustrie geht weiter : „Stahl ist in Deutschland kein Auslaufmodell“

Bundeswirtschaftsminister sieht beste Umweltstandards weltweit. Saar-Hütten haben über 700 Millionen Euro investiert.

Mehr Realismus in der Bundespolitik sowie bei der EU-Kommission in Brüssel fordert der neue Vorstandschef von Dillinger Hütte und Saarstahl, Tim Hartmann. Auf dem ersten nationalen Stahlgipfel (wir berichteten) in Saarbrücken betonte er am Montagabend, die weltweit leistungsstärkste Stahlindustrie finde man in Deutschland. Sie stehe für modernste, gleichzeitig umweltfreundliche Produktionsmethoden und eine faire, soziale Entlohnung ihrer Mitarbeiter. „Diese Kriterien zusammen erfüllt kein anderer Stahlhersteller.“ Zugleich stellte der Manager klar: „Wir denken auch an den Umweltschutz. Wir sind auch Eltern.“ Wirksamer Klimaschutz lasse sich aber nur mit weltweit fairen Wettbewerbsbedingungen erreichen. „Alleine die saarländische Stahlindustrie hat in jüngster Vergangenheit 700 Millionen Euro in den Umweltschutz investiert, neue Anlagen mit modernster Technologie gebaut.“ Niemandem sei damit gedient, wenn Brüssel umweltschonende Betriebe mit höheren Umweltabgaben bestraft, während „schmutziger Stahl aus Drittländern auf die europäischen Märkte gelangt“.

Zuvor hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) versichert: „Stahl ist in Deutschland kein Auslaufmodell.“ Diese Industrie trage 22 Prozent zur Bruttowertschöpfung bei und biete zukunftsfähige Arbeitsplätze. „Die deutschen Stahlhersteller verfügen über die führenden Umweltstandards. Sie können mit jedem Standort weltweit mithalten“, sagte Altmaier, der in den Jahren 2012 und 2013 selbst Bundesumweltminister war. Er kämpfe persönlich für ein Ende der von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle gegen europäische Stahlprodukte und führe Gespräche mit US-Kollegen. „Wir brauchen offene Märkte. Protektionismus hat mich nie überzeugt.“ Zudem will Altmaier in Kürze eine „Industriestrategie“ für die kommenden Jahre vorstellen, in der auch die Stahlindustrie eine besondere Rolle spiele.

Albert Hettrich warnte als Präsident der Saarhütten, das Land sei ohne Stahlindustrie nicht überlebensfähig. Auf jeden der rund 14 000 Arbeitsplätze in den Saarhütten kämen noch einmal fünf bis sechs weitere in Zulieferbetrieben und anderen Unternehmen, die mit der Stahlindustrie zusammenhängen. Zudem vergebe diese jährlich Millionenaufträge an regionale Betriebe.