Investition in Standort Saarbrücken: Bruch Brauerei will Insolvenz bis Ende 2018 beenden

Investition in Standort Saarbrücken : Bruch Brauerei will Insolvenz bis Ende 2018 beenden

Die Produktion läuft, alle Feste werden pünktlich beliefert. Die Familie plant Investitionen und neue Biersorten.

Marc Herbert, Fachanwalt für Insolvenzrecht und Generalbevollmächtigter der insolventen Bruch Brauerei, hatte gestern gute Nachrichten für die derzeit 18 Beschäftigten. Es werde in jedem Fall weitergehen am Braustandort Scheidter Straße in Saarbrücken. „Wir werden diesen Standort erhalten“, sagte Herbert in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz. Sollte es zu einem Personalabbau kommen müssen, seien davon zwei bis drei Mitarbeiter betroffen. Das hänge auch von den Gespräche mit den Banken in den kommenden Wochen ab. Erst danach könne man das geplante Zukunftskonzept festzurren. Es sollen jedoch möglichst alle an Bord bleiben, denn man brauche eine erfahrene Kernmannschaft zum Bier brauen. Wenn alle Gespräche gut verlaufen, könne die Insolvenz schon zum Jahresende erfolgreich abgeschlossen werden, spätestens im Frühjahr 2019.

Die Löhne für die Mitarbeiter seien gesichert, ebenfalls die Lieferungen an alle  Feste wie etwa das Saarspektakel oder auch das eigene traditionelle Bruchbierfest am 12. August. Die Produktion laufe auf Hochtouren. Der übliche Jahresausstoß liegt nach Angaben von Thomas Bruch bei rund 20 000 Hektolitern.

Herbert geht davon aus, dass das Insolvenzverfahren  am 1. September eröffnet werden kann. Ende Oktober wolle man eine erste Ausschüttung an die Gläubiger vornehmen. „Unser Ziel ist es, das Insolvenzverfahren bis zum 31. Dezember 2018 zu beenden“, so Herbert. Alleine die Höhe der vom Finanzamt geforderten Steuer-Nachzahlung sei überraschend gewesen und habe so nicht beglichen werden können. Es soll sich um 250 000 Euro handeln.

Thomas Bruch wollte diese Zahl  nicht bestätigen. Zugleich begreife man das laufende Verfahren als Chance, einen Generationenwechsel herbeizuführen und Lukas Bruch (33) als Sohn von Thomas Bruch (69) die Führung der Brauerei zu übertragen. Der Führungswechsel soll im Laufe des kommenden Jahres stattfinden. Thomas Bruch wolle dann noch als Berater tätig bleiben. Er selbst erwartet keine Probleme im Verhältnis zu seinem Sohn. „Unser Verhältnis ist hervorragend“, so Thomas Bruch.

Nach Angaben des Generalbevollmächtigten habe die Familie Bruch zudem beschlossen, „erheblich in das Unternehmen zu investieren und es fit zu machen für die nächsten 20 Jahre“, so Marc Herbert. Die Investitionen seien speziell für die Erneuerung der Brauereitechnik geplant. Herbert sprach von einem einstelligen Millionenbetrag. Zudem sollen schon 2019 weitere neue Spezialbiere und Saison-Biere auf den Markt kommen. Lukas Bruch freut sich nach eigenen Worten schon auf die neue Aufgabe an der Unternehmensspitze. 2005 hat er seinen Braumeister gemacht. Die Restaurants der Familie Bruch wie die Stiefelgastronomie oder die Undine waren von dieser Insolvenz nicht betroffen.

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