„Behindertenwerkstätten werden im Saarland immer wichtiger“

Von Schreinerarbeiten über Kunsthandwerk : „Behindertenwerkstätten werden immer wichtiger“

Behinderten-Werkstätten werden für eine wachsende Zahl von Menschen die einzige Möglichkeit sein, am Arbeitsleben teilzunehmen. Davon ist Rüdiger Clemens, neuer Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (LAG WfbM), überzeugt.

Vor allem den Menschen mit geistiger Behinderung „kann die Erwerbsarbeit in Zukunft nicht genügend Angebote machen“, sagte er am Freitag beim Jahresempfang der LAG. Auf der anderen Seite seien die Werkstätten  keine abgeschirmte Welt mehr. Durch das neue Bundesteilhabegesetz seien die Grenzen zwischen dem Arbeiten in einer Behindertenwerkstatt und einem betreuten und subventionierten Arbeitsplatz in der „freien Wirtschaft“ durchlässiger geworden. Zumal jetzt auch jederzeit die Möglichkeit zur Rückkehr besteht, was vorher nicht der Fall gewesen sei.

Im Saarland sind 3800 behinderte Frauen und Männer in elf Werkstätten beschäftigt. Hinzu kommen 1500 Angestellte, die in diesen Einrichtungen reguläre Jobs haben. „Unsere Mitglieder stellen eine Vielzahl von Produkten her“, sagt LAG-Geschäftsführer Michael Schmaus. „Das reicht von Schreinerarbeiten über Kunsthandwerk und Druckerzeugnisse bis hin zu einfachen Montagearbeiten in allen großen Industriebetrieben“. Dennoch kostet die Betreuung der behinderten Menschen auch Geld. Das Land fördert die Arbeit der LAG-Einrichtungen in diesem Jahr mit 65,5 Millionen Euro. Im kommenden Jahr richtet die LAG zudem den bundesweiten Werkstättentag aus, der alle vier Jahre stattfindet. Zu diesem Ereignis werden am 30. September und 1. Oktober 2020 mehr als 2500 Gäste im Saarland erwartet. Um auf dieses Ereignis einzustimmen, nehmen die LAG-Mitglieder zudem mit einem 200 Quadratmeter großen Stand an der diesjährigen Werkstättenmesse teil, die vom 27. bis 30. März in Nürnberg stattfindet.

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