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Bahn stellt fast alle Fernbusfahrten ein

Bahn stellt fast alle Fernbusfahrten ein

Die Deutsche Bahn zieht sich wegen Verlusten weitgehend aus dem Fernbusgeschäft zurück und lässt damit noch mehr Raum für den Marktführer Flixbus. Bis Ende 2016 soll die Marke Berlin-Linien-Bus vom Markt verschwinden und nur einen kleinen Teil der Strecken an die Konzernschwester IC Bus abgeben, wie das Bundesunternehmen am Freitag mitteilte. Damit scheidet der einzige verbliebende größere Konkurrent von Marktführer Flixbus weitgehend aus dem Markt aus.

Die Bahn hat Berlin-Linien-Bus in den vergangenen Monaten zwar ausgebaut, zuletzt boten die weißen Busse jeden achten Fernbuskilometer an. Allerdings schreibt die Bahn im Fernbusgeschäft rote Zahlen. In Unternehmenskreisen hieß es, die Bahn habe bei Berlin-Linien-Bus bei einem Jahresumsatz von zwölf Millionen Euro Verluste von 28 Millionen Euro gemacht.

Der IC Bus habe sich wirtschaftlich als nachhaltiger herausgestellt, begründete Berthold Huber , Fernverkehrschef der Deutschen Bahn, die Entscheidung. IC Bus ergänzt das ICE- und Intercity-Netz der Bahn und fährt auf den Fernstrecken, auf denen Busse schneller oder günstiger unterwegs sind, etwa bei einer Reihe grenzüberschreitender Verbindungen. Damit deckte der IC Bus zuletzt aber nach Daten des Marktforschungsinstituts Iges nur ein Prozent des Marktes ab, den Flixbus nach Marktdaten mit knapp 80 Prozent dominiert. Der IC Bus werde nun ausgebaut, kündigte Huber an.

Erst Anfang August hatte die Deutsche Post ihren Ausflug ins umkämpfte Fernbusgeschäft nach drei Jahren beendet und die Aktivitäten an den Marktführer Flixbus verkauft. Die Post hatte den Rückzug mit der mangelnden Wirtschaftlichkeit der Aktivitäten begründet.