Azubis sollen künftig einen Mindestlohn bezahlt bekommen

Ab kommendem Jahr : Azubis bekommen Mindestlohn

Für Auszubildende in Deutschland soll künftig ein Mindestlohn gelten. Ab dem kommenden Jahr sollen sie in nicht tarifgebundenen Betrieben im ersten Jahr wenigstens 515 Euro pro Monat erhalten, wie aus einem am Mittwoch vom Bundeskabinett auf den Weg gebrachten Gesetzentwurf hervorgeht.

Bis 2023 soll der Betrag demnach stufenweise auf 620 Euro steigen. Für das zweite, dritte und vierte Ausbildungsjahr sind jeweils Aufschläge vorgesehen. Nach dem Jahr 2023 soll sich die Mindestvergütung an der durchschnittlichen Entwicklung im Ausbildungsbereich orientieren.

Der Mindestlohn soll für Auszubildende gelten, die in einem nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung geregelten Beruf lernen. Ausgenommen sind etwa Berufe wie Erzieher, die von den Bundesländern geregelt werden, oder reglementierte Berufe im Gesundheitswesen. Geltende Tarifverträge haben indes immer Vorrang vor der Mindestvergütung – auch wenn der Lohn dadurch niedriger ausfallen sollte.

Die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Birke Bull-Bischoff, sagte, der Mindestlohn sei ein wichtiger Schritt in Richtung mehr sozialer Gerechtigkeit. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband warnte davor, den Azubi-Mindestlohn politisch zu instrumentalisieren.

(kna)
Mehr von Saarbrücker Zeitung