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Auch Banken im Saarland erheben machmal Gebühr bei Kartenzahlung

Regelung je nach Institut im Saarland unterschiedlich : Wann Saar-Banken bei Kartenzahlung kassieren

In der Corona-Krise zahlen immer mehr Menschen mit EC-Karte. Auch saarländische Kreditinstitute erheben für diesen Service machmal Gebühren bei ihren Kunden.

„Zahlen Sie möglichst mit EC-Karte, Gutschein oder kontaktlos“ liest der Kunde in diesen Tagen oft an den Eingangstüren von Geschäften oder Einkaufszentren. Grund: Es sei möglich, dass auf Geldscheinen oder Münzen Corona-Viren haften geblieben sein könnten – auch wenn Virologen diese Gefahr als sehr gering einschätzen. Dennoch: Das Bezahlen mit Giro- oder Kreditkarte ist vor allem seit Einführung der Corona-Einschränkungen stark gestiegen, wie eine Anfrage unserer Zeitung bei saarländischen Kreditinstituten ergeben hat.

Den meisten Geldhäusern bringt dieser Service gutes Geld ein. „Bundesweit „kassiert jede zweite Bank beim bargeldlosen Zahlen“, heißt es auf der Finanzplattform Biallo. „Das Bezahlen mit Giro- oder Kreditkarte kann je nach Bank bis zu 0,70 Euro kosten.“ Bei manchen Kunden kann das so richtig ins Geld gehen. Wer vier- bis fünfmal pro Tag sein Plastikgeld zückt, ist schnell ein oder zwei Euro los. Am Monats- oder Quartalsende kommt das böse Erwachen, wenn diese Gebühren auf dem Girokonto abgebucht werden.

Bei den Sparkassen und Volksbanken in der Region wird das bargeldlose Bezahlen sehr unterschiedlich abgerechnet – von null bis 49 Cent pro Buchung. Bei vielen Instituten hängt es davon ab, für welches Kontenmodell sich der Kunde entschieden hat. So bietet die Sparkasse Saarbrücken insgesamt sechs Girokonten-Varianten für Privatkunden an. Lediglich beim „Modell Classic“ wird „jede Buchung einzeln bepreist, und zwar mit 40 Cent“, sagt ein Sprecher. Alle anderen seien so genannte Flatkonten mit gleichbleibenden Kosten – egal, wie viele Transaktionen darüber abgewickelt werden. Bei der Sparkasse Saarlouis ist es ähnlich geregelt. Auch dort wird bei einem von mehreren Konto-Modellen 40 Cent pro Abbuchung erhoben, wenn die Girocard eingesetzt wird. Diese Art der Kontoführung werde aber nur noch von zehn Prozent der Kunden genutzt. Ähnlich ist es bei der Sparkasse Merzig-Wadern geregelt, die ebenfalls eine gebührenpflichtige Kontoform anbietet, auf Anfrage jedoch nicht verrät, was den Kunden pro Abbuchung an Kosten erwartet. Doch „der Wechsel des Konto-Modells ist jederzeit kostenfrei möglich“. Bei der Kreissparkasse St. Wendel kostet jede Buchung mit der Girocard 30 Cent und sie ist ebenfalls auf eine Konto-Variante beschränkt. Genauso ist es bei der Sparkasse Neunkirchen geregelt. Dort kostet das Bezahlen mit der Girocard bei der Kontoform mit Einzelpreis-Berechnung jedoch 49 Cent pro Transaktion. Lediglich bei der Kreissparkasse Saarpfalz „fallen für beleglose Buchungen keine zusätzlichen Kosten an“, sagt ein Sprecher. „Diese sind in der monatlichen Kontoführungsgebühr inkludiert“.

Genauso günstig kann es bei den befragten Genossenschaftsbanken nur die Sparda-Bank Südwest. „Es fallen für bargeldlose Zahlungen keine Girokonto-Gebühren pro Buchung an, egal welches Verfahren genutzt wird“, teilte eine Sprecherin mit.

Beim regionalen Marktführer, der Bank 1 Saar, ist es hingegen komplizierter. Einzelne Kontomodelle seien mit einer so hohen Anzahl an Freiposten versehen, dass sie in der Regel kostenfrei seien, betont eine Sprecherin. Allerdings gebe es auch eine Kontoform („Privat Service“), bei der jede Abbuchung mit 40 Cent berechnet werde. Nach dem gleichen Muster wird bei der Lebacher Levo-Bank abgerechnet. Hier wird bei dem „Giro Classic-Konto“ jede bargeldlose Abbuchung ebenfalls mit 40 Cent belastet. Ähnlich bei der Saarlouiser Bank „Meine VVB“, wobei in der zahlungspflichtigen Konto-Variante 45 Cent pro Buchung fällig werden.

Um die Kosten für das bargeldlose Bezahlen zu begrenzen, empfehlen die Institute, öfter zur Kreditkarte zu greifen, falls man eine solche hat. Dort fallen keine zusätzlichen Kosten an. Manche Institute behandeln die monatliche Kreditkarten-Abrechnung wie einen einmaligen bargeldlosen Zahlvorgang, belasten das Girokonto also mit weniger als 50 Cent.

Bei allen saarländischen Kreditinstituten ist das Bezahlen mit der Giro- oder Kreditkarte, aber auch mit Hilfe des Smartphones spürbar in die Höhe geschnellt. Manche erreichen Plusraten von mehr als 50 Prozent. Dieser Trend sei auch schon vor dem Ausbruch der Pandemie zu beobachten gewesen, „hat sich durch Corona aber zusätzlich verstärkt“, heißt es bei der Bank 1 Saar. Dies sei sicher auch eine Reaktion auf die Aufforderung des Handels, „in der aktuellen Krise bargeldlos zu bezahlen“, so der Sprecher der Sparkasse Saarbrücken.