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Schwierige Entscheidung für französische Regierung: Arbeitsplatz-Angst in Lothringen

Schwierige Entscheidung für französische Regierung : Arbeitsplatz-Angst in Lothringen

Die Rohrsparte von Saint Gobain soll mehrheitlich an Chinesen verkauft werden.

. (sbu) Die Rohrleitungs-Sparte von Saint-Gobain PAM soll an einen chinesischen Konzern verkauft werden. Das geht aus einer Mitteilung der französische Führungskräfte-Gewerkschaft CFE-CGC hervor. Nach Angaben dieser Gewerkschaft soll Saint-Gobain das französische Wirtschaftsministerium um Zustimmung gebeten haben, 60 Prozent der Anteile seiner defizitären Tochtergesellschaft, die 50 Prozent des europäischen und zehn Prozent des weltweiten Markts abdeckt, dem chinesischen Weltmarktführer XinXing ductile Iron Pipes zu überlassen.

Die Nachricht, die Saint-Gobain nach Berichten zahlreicher Medien nicht bestätigen wollte, versetzte Politiker und Gewerkschaften in ganz Lothringen, wo die Saint-Gobain-Tochter an fünf Standorten 2000 Menschen beschäftigt, in Alarmstimmung. Ein nationaler Gewerkschaftsvertreter der CFE-CGC äußerte gegenüber der Agentur Reuters die Befürchtung, XinXing werde, wenn es erstmal im Besitz der Marke und der technisch diffizilen Details sei, die Produktion aus Wettbewerbsgründen nach China verlagern. Nach Angaben der Zeitung La Croix plädiert eine Fachabteilung im Wirtschaftsministerium dafür, das Unternehmen unter der Berücksichtigung der „Sensibilität des Marktes für Trinkwasserversorgung“ und der „Abhängigkeit Frankreichs“ als „strategisch“ einzustufen. Das würde dem Staat nach dem französischen Finanz- und Währungskodex ermöglichen, im Falle eines Verkaufs mitzubestimmen und Bedingungen zu stellen.

Wirtschaftsminister Bruno Le Maire will sich nach Auskunft von Gewerkschaftern baldmöglichst mit dem Management von Saint-Gobain treffen. Die Nachricht über den möglichen Verkauf bescherte der Saint-Gobain-Aktie in den vergangenen Tagen einen stattlichen Kursgewinn. Saint Gobain ist im französischen Börsenleitindex‘ CAC 40 notiert.