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Arbeitslosigkeit geht weiter zurück

Arbeitslosigkeit geht weiter zurück

Die Arbeitslosigkeit ist im Mai im Bund auf ein 25-Jahres-Tief gefallen. Auch im Saarland ist sie gesunken, bleibt aber höher als im Bund. Grund ist auch die schnellere Anerkennung von Flüchtlingen.

Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt macht sich auch im Saarland bemerkbar. "Die Arbeitslosigkeit im April ist erneut gesunken", sagt Heidrun Schulz, Leiterin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit (BA). Nach Angaben der Regionaldirektion waren im Mai 21 115 Männer und 16 191 Frauen im Saarland ohne Arbeit. Das waren 1,8 Prozent weniger als noch vier Wochen zuvor. Auch auf Bundesebene war die Arbeitslosigkeit rückläufig. Nach Angaben der Bundesagentur sank die Arbeitslosigkeit mit 2,66 Millionen auf den tiefsten Mai-Stand seit 25 Jahren. Die Arbeitslosenquote im Bund sank um 0,3 Punkte auf 6,0 Prozent, im Saarland ging sie um 0,2 Punkte auf 7,2 Prozent zurück.

Dass die Arbeitslosenquote im Saarland deutlich höher ist als im Bund, führt Schulz unter anderem auf die schnellere Bearbeitung von Flüchtlingsfällen hier im Land zurück. "Bei der Bearbeitung von Asylanträgen ist das Saarland führend", sagt Schulz. Während es im Bund im Schnitt 5,6 Monate bis zur Anerkennung eines Asylantrags dauere, liege die Zeit im Saarland bei 2,3 Monaten. Außerdem betrage hier die Anerkennungsquote wegen der hohen Zahl an syrischen Flüchtlingen etwa 95 Prozent. Insofern würden hier jetzt mehr Flüchtlinge bereits in die Arbeitslosenstatistik einfließen als beim Bund. Dieser Effekt mache sich auch bei der Unterbeschäftigung bemerkbar, die im Saarland von 51 714 au 52 223 gestiegen ist. In der Unterbeschäftigung werden auch diejenigen erfasst, die aktuell in einer Maßnahme sind und deshalb nicht als arbeitslos gelten.

Dass der Arbeitsmarkt insgesamt in einer guten Verfassung sei, macht Schulz einerseits daran fest, dass weniger Menschen aus Arbeit in Arbeitslosigkeit gerutscht sind, als umgekehrt Arbeitslose wieder Jobs gefunden hätten. Andererseits sei auch die Zahl der offenen Stellen aktuell sehr hoch - mit 7057 seien es 521 mehr als im Vorjahr, sagt sie. Viele davon seien auch durch die Flüchtlinge bedingt - unter anderem werden Kräfte in der Bauwirtschaft, der Instandhaltung, Verwaltung, aber auch in der Lehre gesucht.

Während die Flüchtlinge im Saarland schon deutlich auf die Statistik durchschlagen, ist ihr Einfluss auf Bundesebene noch gering, sagt Frank-Jürgen Weise , der in Personalunion Chef der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) ist. Ende Mai waren bei den Jobcentern nach Weises Angaben 145 000 Menschen aus sogenannten Asylzugangsländern registriert. Das seien lediglich 9000 mehr als im Vormonat. Die Zahl sei damit inzwischen doppelt so hoch wie im Vorjahr. Die größte Gruppe stellten zuletzt mit mehr als 85 000 amtlich registrierten Jobsuchenden die Syrer, gefolgt von Irakern mit 20 646 und Afghanen mit 11 383. In der zweiten Jahreshälfte dürfte die Zahl arbeitsloser Flüchtlinge nach Schätzungen der BA stärker steigen.