Handel Amazon setzt in US-Supermärkten auf smarte Einkaufswagen

Seattle · Amazon wollte Einkaufsläden mit Technik revolutionieren, die erkennt, was man sich aus den Regalen holt. Nun erkennt der Konzern, dass für Supermärkte smarte Einkaufswagen die bessere Lösung sind.

Amazons Einkaufswagen zeigen auf einem Display den Preis der Waren und den Gesamtwert des Einkaufs an.

Amazons Einkaufswagen zeigen auf einem Display den Preis der Waren und den Gesamtwert des Einkaufs an.

Foto: Victoria Jones/PA Wire/dpa

Amazon schraubt Pläne für seine Supermarkt-Technologie zurück, bei der Käufer sich einfach Artikel aus den Regalen greifen und den Laden verlassen können. In den hauseigenen „Amazon-Fresh“-Supermärkten in den USA soll stattdessen künftig der vernetzte Einkaufswagen mit Kameras zum Einsatz kommen, sagte der zuständige Top-Manager Tony Hoggett der Website „The Information“. Man habe festgestellt, dass dies beim Einkauf auf größeren Ladenflächen populärer sei, erläuterte er. Unter anderem wollten die Kunden einen besseren Überblick darüber behalten, wie teuer der Einkauf für sie sein werde.

Amazons Wagen zeigen auf einem Display den Preis der Waren und den Gesamtwert des Einkaufs an. Man muss die Artikel dafür vor die Kamera des Einkaufswagens halten. Am Ende des Einkaufs kann der Kunde das Geschäft an den Kassen vorbei verlassen und der Betrag wird über seinen Amazon-Account abgebucht. Für Leute, die das nicht nutzen wollen, gibt es auch traditionelle Kassen.

Richtige Strategie für den stationären Handel?

Amazon versucht schon seit Jahren, die richtige Strategie für den stationären Handel zu finden. Der Konzern will sich dabei mit mehr Komfort beim Einkauf abheben. Eine zentrale Idee dabei ist, Kassen überflüssig zu machen. Die Technik, die automatisch erkennt, welche Artikel sich Käufer aus den Regalen holen, nutzt der Konzern seit Jahren in den Läden der Marke „Amazon Go“, die deutlich kleiner als übliche Supermärkte sind.

Dort werde sie auch weiter im Einsatz bleiben, sagte eine Sprecherin. Auch in den kleineren „Fresh“-Geschäften in Großbritannien bleibe sie erhalten. Der Konzern bietet die Technologie außerdem anderen Einzelhändlern an. Sie gilt als eher aufwendig mit der Installation vieler Kameras und Sensoren unter anderem in den Regalen.

Der weltgrößte Online-Händler kaufte 2017 auch die US-Lebensmittelkette Whole Foods, in der es bisher wenig Experimente gab. Whole Foods gilt in den USA als eher teuer, während die bisher mehr als 40 „Amazon-Fresh“-Geschäfte auf ähnlichem Preisniveau liegen wie andere Supermärkte.

© dpa-infocom, dpa:240403-99-543629/2

(dpa)
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