Wieder Flüge von Saarbrücken nach München: 50 Minuten vom Saarland nach München

Wieder Flüge von Saarbrücken nach München : 50 Minuten vom Saarland nach München

Montags bis freitags zweimal und samstags einmal fliegt ab sofort die BMI regional ab Saarbrücken

Dichten Nebel sind Engländer ja gewöhnt. Doch gestern musste selbst John Sargeant vorübergehend davor kapitulieren. Keine Chance auf Starterlaubnis in München für den Kapitän des 49 sitzigen Embraer-Jets der Fluggesellschaft BMI regional. Und so warten auch die Mitreisenden des Premierenflugs ab Saarbrücken am ebenfalls vom Nebel eingehüllten Saar-Airport erst einmal geduldig auf neue Nachrichten. Dies tun sie jedoch mit großer Gelassenheit. Die meisten freuen sich darüber, dass es überhaupt wieder regelmäßige Verbindungen in die bayerische Metropole gibt. Seit 2011 war das Saarland auf dieser Verbindung abgeschnitten. Zuvor wurde die Strecke von der OLT bedient, davor bereits von der Luxair.

Die erste Maschine startet ab sofort regulär in Saarbrücken um 10.20 Uhr (Ankunft München: 11.05 Uhr). Die Abendmaschine fliegt um 21.30 Uhr (22.15 Uhr), freitags bereits um 19.25 Uhr. Jürgen Barke (SPD), Wirtschafts-Staatssekretär sowie Aufsichtsratschef des Flughafens, glaubt fest daran, dass es sich diesmal nicht um ein vorübergehendes Intermezzo einer Fluggesellschaft auf der München-Strecke handelt. Zwar sei klar, dass die BMI mit ihrem Engagement in Saarbrücken auch Gewinn einfliegen muss, aber auch das Umfeld habe sich gegenüber früheren Jahren deutlich verbessert. So bestünden inzwischen zahlreiche Kontakte, etwa aus der Szene der Saar-Unternehmen in der Informationstechnologie (IT) oder auch der Versicherungswirtschaft nach Bayern.

In der jüngeren Vergangenheit hätten zunehmend Unternehmen aus verschiedenen Branchen im Wirtschaftsministerium angefragt, ob man denn nicht einen neuen Versuch auf der München-Strecke wagen könne. Fabrice Binet, Verkaufsdirektor von BMI regional, sieht in der Verbindung „ein großes Potenzial. 50 Minuten Flugzeit gegenüber sechs Stunden mit dem Auto: Das ist eindeutig ein Vorteil“, sagt er. Zudem sieht er in dem neuen Angebot die Verbindung zweier dynamisch wachsender Regionen.

Barke und Flughafenchef Thomas Schuck halten nicht nur die Flugzeiten im Vergleich zum Auto oder der Bahn für sehr attraktiv, sondern auch die Rahmenbedingungen für Geschäftsleute. Der Morgenflug ermögliche es den meisten Geschäftsleuten, sowohl ihren Termin in München wahrzunehmen, als auch bereits am Abend wieder zurück an der Saar zu sein. Ab München kann man sowohl um 8.50 Uhr, als auch um 20 Uhr Verbindungen nach Saarbrücken nutzen. Da die BMI mit dem Flugzeug tagsüber noch andere Strecken bedient, sei zumindest in den ersten Monaten kein früherer Start in Saarbrücken möglich. Ein Hin- und Rückflug ist zunächst schon für 170 Euro zu bekommen. Flughafenchef Schuck sieht die neue Strecke auch für Urlaubsreisende als attraktiv an, denn in München besteht Anschluss an 70 Ziele weltweit, davon werden 13 von Condor bedient. Zur Flotte von BMI regional gehören 20 Maschinen vom Typ Embraer 135 und 145. Angeflogen werden 35 Ziele in elf europäischen Ländern. Die Fluggesellschaft beschäftigt insgesamt 400 Mitarbeiter.

Und dann kommt er doch noch, der große Moment. Exakt um 10.55 Uhr hat der erste Flieger der British Midland regional Bodenberührung am Flughafen. Kapitän Sargeant legt eine ruhige Landung hin, wirkt gut gelaunt, winkt aus seinem Cockpit. „Ich bin zum ersten Mal hier in Saarbrücken.“ Er habe den Landeanflug sehr genossen. „Ihr habt hier einen Flughafen auf Hügeln. Das finde ich sehr schön.“

Einer der Fluggäste aus München ist Andreas Tyroller. Er arbeitet für die Scheer Group des IT-Unternehmers August Wilhelm Scheer. Tyroller berichtet von einem sehr angenehmen Flug. „Ich werde künftig öfter hier an der Saar sein“, sagt der IT-Experte. Umgekehrt besteigt der Chef der Landesbausparkasse LBS, Dirk Hoffmann, den Flieger in Richtung der bayerischen Hauptstadt. Er nimmt dort regelmäßig an Sitzungen teil. „Das Auto ist für mich auf der Strecke nach München keine Alternative“, sagt er. Auch Nicole Bauer-Biermann aus Riegelsberg muss dienstlich häufiger nach München reisen. Sie kann sich gut vorstellen, auch privat mal nach München zu fliegen, einfach mal zum shoppen und relaxen.

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