100 Eifler-Mitarbeiter in Nohfelden stehen vor unsicherer Zukunft

Betriebsschließung in Nohfelden : Eifler-Mitarbeiter bangen um letzten Lohn

Werden ihre letzten Gehälter noch gezahlt? Was passiert nach der Betriebsschließung? Bei Eifler in Eckelhausen regiert die Unsicherheit.

Eine Woche ist es her, dass die Mitarbeiter bei der Dieter Eifler GmbH & Co KG von der Schließung ihres Werks erfahren haben. Die slowenische Firma Cablex, die das Unternehmen aus Eckelhausen im April übernommen hatte, hat angekündigt, die Produktion beim Hersteller von Kabelbäumen im Saarland zum 31. Oktober einzustellen.

Jetzt geht bei den Mitarbeitern des Unternehmens die Angst um. Alle haben die Kündigung bekommen. Viele Verträge laufen noch bis Ende März. Doch die Mitarbeiter wissen nicht, was passiert, wenn in Eckelhausen der Schlüssel umgedreht wird. „Wenn die Firma Eifler hier dichtmacht, wer zahlt dann noch unsere Gehälter? Und an wen müssen wir uns wenden, wenn sie nicht mehr gezahlt werden?“, fragen die Mitarbeiter, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen wollen.

Die Belegschaft weiß nicht mehr, wem sie noch glauben soll. Der neuen Muttergesellschaft Cablex traut in Eckelhausen keiner mehr so recht über den Weg. Denn zuvor habe es Zusagen gegeben, die nicht lange gehalten hätten, beklagen die Beschäftigten. Noch vor zwei Wochen habe das Unternehmen Pläne verkündet, das Werk in Nohfelden-Eckelhausen zum Automobil-Kompetenzzentrum zu machen, sagt ein Mitarbeiter. „Eine Woche später kam dann das Aus.“ Und auch bei der Übernahme im April hatte die Cablex Gruppe in einer Mitteilung an die Mitarbeiter wortreich die gemeinsame Zukunft verkündet. „Gemeinsam werden wir größer, stärker und stabiler“, stand in dem Schreiben. Die Firma „Eifler wird unter dem Dach der Cablex-Gruppe noch weiter funktionieren und sich entwickeln“, hieß es damals. Und auch Maschinen-Kapazitäten würden ergänzt, optimal eingesetzt und genutzt.

Tatsächlich sei zumindest in Eckelhausen genau das Gegenteil passiert. „Bei uns ist der Maschinenpark reichlich alt. Hier wären Investitionen dringend notwendig gewesen“, sagt ein Kollege. Jetzt würden die Maschinen demontiert und die Produktion werde in andere Werke verlagert. Eine Maschine sei schon abtransportiert worden, die verbleibenden zehn würden in den kommenden Wochen abgebaut.

Auch die Aussage des Cablex-Finanzchefs Mitja Florjanic, das Unternehmen aus dem Nordsaarland sei schon bei der Übernahme in finanziellen Schwierigkeiten gewesen, können die Mitarbeiter nicht nachvollziehen. „Es gab nie auch nur einen Hinweis auf eine finanzielle Schieflage“, sagen sie heute. Zu Weihnachten habe es auch noch Sondergratifikationen gegeben. „Das passiert ja nicht, wenn man vor der Pleite steht“, sagt einer.

Für die Beschäftigten ist klar, dass hier ein Werk einfach abgeschaltet wird. Schon im Juni haben rund 20 Mitarbeiter ohne jede Begründung Auflösungsverträge angeboten bekommen, einige sind freigestellt. Viele versuchen jetzt vor dem Arbeitsgericht zumindest noch eine Abfindung zu erstreiten. Aber auch die Anwälte wissen nicht recht, wem sie nun die Kündigungsschutzklage zustellen sollen. Cablex hat die Firma zwar gekauft, alle Formulare sind auf Cablex umgestellt. Doch die Kündigungen habe die Dieter Eifler GmbH & Co KG ausgestellt. Ein Formfehler? Es ist eine schwache Hoffnung, dass der die Kündigungen möglicherweise unwirksam macht.

„Was mich wundert, ist, dass die Kunden nicht längst einen Aufstand machen“, sagt einer der Mitarbeiter. Eifler liefert an prominente Kunden wie die Autozulieferer ZF und Delphi sowie den Gerätehersteller Miele. „Die Qualität hat sich seit der Übernahme massiv verschlechtert“, sagt er. „Das müssen die Kunden doch merken.“

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