Vorstand von Osram sieht gute Chancen für weitere Investitionen.

Osram soll verkauft werden : Osram soll in US-Hände kommen

Der Vorstand des Beleuchtungsherstellers Osram wirbt für die Übernahme des Unternehmens durch zwei US-Finanzinvestoren. Für die Aktionäre sei der angebotene Preis von knapp 3,4 Milliarden Euro „sehr attraktiv“, sagte gestern Chef Olaf Berlien.

Für das Münchner Unternehmen mit seinen 26 000 Mitarbeitern bietet sich nach den Worten Berliens die Chance, Investitionen zu finanzieren, für die Osram ansonsten kein Geld hätte: „Wir haben Zugang zu Kapital, die wir heute nicht haben mit unserer Firepower.“ Vorstand und Aufsichtsrat von Osram hatten sich am Vorabend für die Übernahme des Unternehmens durch die zwei US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle ausgesprochen.

Die zwei Investoren betonten ebenfalls, dass sie „umfangreiche Investitionen in zukunftsweisende Technologien“ tätigen wollten. Sie wollen Osram von der Börse nehmen. Bain Capital und Carlyle bieten den Aktionären 35 Euro je Aktie, die Frist läuft bis Anfang September. Bedingung ist, dass die Eigentümer von 70 Prozent der Aktien zustimmen. Berlien betonte, dass die zwei US-Unternehmen die Übernahme großenteils mit eigenem Geld finanzieren wollen und nicht auf Kredit: 2,6 Milliarden Euro steuerten Bain Capital und Carlyle selbst bei. Damit handelt es sich nach Berliens Worten nicht um einen Unternehmenskauf auf Pump. Diese Praxis hat Übernahmen durch Finanzinvestoren in Verruf gebracht, weil manche Fonds den übernommenen Unternehmen anschließend ihre Schulden aufdrücken und mit scharfen Renditevorgaben oder Verkauf in Einzelteilen versuchen, Gewinn zu machen.

Für die Angst, Osram könne in die Hände von Heuschrecken fallen, gibt es laut Berlien bei Bain Capital und Carlyle keinen Anlass: „Osram bleibt ein eigenständiges Unternehmen“, sagte er. „Die Patente und Technologien bleiben bei uns. Osram-Standort bleibt Deutschland.“ Gegen eine Übernahme erhebt auch die IG Metall keine grundsätzlichen Einwände. Die Gewerkschaft forderte aber von Vorstand und Eigentümern, sich an den vor zwei Jahren vereinbarten Erhalt und Ausbau der deutschen Standorte zu halten.