Sparkasse Saarbrücken profitiert vom Bauboom

Sparkasse Saarbrücken rät zu mehr Mut bei Aktienanlagen : Sparkasse Saarbrücken wächst weiter

Der Vorstandsvorsitzende Hans-Werner Sander fordert zu öffentlichem Protest gegen die EZB auf.

Der Sparkasse Saarbrücken als größter Sparkasse an der Saar ist es im Geschäftsjahr 2018 gelungen, in nahezu allen Geschäftsbereichen Zuwächse zu erzielen. Dies trotz anhaltender Niedrigzinsen, zunehmender bürokratischer Vorgaben und internationaler Konflikte, die sich auch auf die Finanzmärkte auswirken. Hans-Werner Sander, Vorstandsvorsitzender des Kreditinstitutes mit 55 Filialen und 1249 Beschäftigten, warnte jedoch ausdrücklich vor einer Fortsetzung der lockeren Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB), insbesondere ihrer Bestrebungen, die Vorgaben für Bankeinlagen noch weiter zu verschärfen. Die Politik der EZB führe zu einer Enteignung der Sparer, weil ihnen zunehmend privates Vermögen verloren geht, sowie einer Existenzgefährdung von immer mehr Banken, weil sie die Vorgaben durch die EZB nicht mehr bedienen können. Es sei an der Zeit, dass die deutsche Öffentlichkeit, ähnlich den Klimademonstrationen, gegen diese Niedrigzinspolitik der EZB vorgeht. Diese seien Gift für die Altersvorsorge zahlreicher Menschen und bedrohten alle Einrichtungen, die finanziell eine Altersvorsorge unterstützen. Auch die deutsche Politik mache keinen erkennbaren Druck, da sie von den Niedrigzinsen selbst profitiert. Letztere erleichterten erheblich die Entlastung der Haushalte und sorgten auch dafür, dass sich Kommunen günstig Kredite beschaffen können. Einem wachsenden Kreditgeschäft der Banken als Ertragsquelle seien durch das Eigenkapital Grenzen gesetzt. Selbst Provisionserträge ersetzten nicht, was mittlerweile jährlich an Zinsüberschüssen verloren geht. Deshalb bleibe den Banken fast nur noch Personalabbau und die Schließung weiterer Filialen. Sander wollte noch nicht sagen, ob auch bei der Sparkasse Saarbrücken mit weiterem Personalabbau zu rechnen ist. Nur so viel: „Die Anzahl der Filialen geht bundesweit jedes Jahr zurück und auch die Zahl der Sparkassen. Bundesweit haben wir jetzt unter 380 deutsche Sparkassen. Insbesondere kleinere Sparkassen halten den Kostendruck, der durch zunehmende regulatorische Vorgaben entsteht, nicht mehr durch.“

Uwe Kuntz, Vorstand für das Privatkundengeschäft, empfiehlt Sparern, mehr Mut zu Aktienanlagen zu zeigen, wenn man Geld über längere Zeit anlegt. „Wertpapiere und Aktien sind nicht hoch spekulativ“, betonte Kuntz. Viele Privatkunden setzen auf die Finanzierung von Wohnraum. Die Sparkasse hat im Geschäftsjahr 2018 alleine für privaten Wohnungsbau 200 Millionen Euro an Darlehen vergeben. In Kooperation mit der LBS wurde mit 180 Millionen Euro für Bausparverträge ein Rekord erreicht.

Das Geschäftsvolumen der Sparkasse Saarbrücken wuchs auf 7,71 Milliarden Euro (Vorjahr: 7,51). Die Bilanzsumme erreichte 7,47 Milliarden Euro (7,35). An Privatkunden wurden Kredite für 1,62 Milliarden Euro (1,59) vergeben, an Firmenkunden 2,12 Milliarden Euro (2,0). Die Kreditzusagen an Kommunen blieben mit 1,13 Milliarden Euro etwa gleich. Die Kundeneinlagen erreichten 4,83 Milliarden Euro (4,76). Der Jahresüberschuss lag bei acht Millionen Euro (Vorjahr 8,8 Millionen).