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Zahlungsmöglichkeiten im Internet – unkompliziert und sicher müssen sie sein

Zahlungsmethoden im Internet gibt es mittlerweile viele. Welche sind zu empfehlen?
Zahlungsmethoden im Internet gibt es mittlerweile viele. Welche sind zu empfehlen? FOTO: ronstik – 88565542 / Shutterstock.com
Online-Händler, -Dienstleister und -Medien haben weiterhin ein großes Wachstumspotential, obwohl viele Notwendigkeiten des täglichen Lebens bereits online abgewickelt werden. Dadurch hat sich ein ganzer Markt entwickelt, der sich mit den verschiedensten Möglichkeiten des Geldtransfers beschäftigt, dem sogenannten „Payment Processing“. Doch welche Bezahlmöglichkeiten im Internet sind zuverlässig und sicher?

Die meisten Anbieter im Internet sind sich im Klaren darüber, dass die angebotenen Bezahlmethoden ebenfalls ein ausschlaggebender Punkt für die Kundenakquise und -bindung sind. Manche Zahlungsmethoden genießen bei den Verbrauchern mehr Vertrauen als andere und wenn das präferierte Verfahren nicht angeboten wird, kann sich der Kunde schnell für einen anderen Anbieter entscheiden. Die Wege im Internet sind kurz, der Kunde ist wankelmütig.

Natürlich gibt es noch andere Komponenten, die einen guten Online-Shop ausmachen. Jedoch ist der Geldtransfer ein sehr wichtiger Bestandteil, da es sich beim finanziellen Aspekt um einen prekären Punkt handelt, was Sicherheit und Komplexität betrifft. Auch deshalb schafft die EU neue Reformen, um den Verbraucher besser zu schützen. Im Folgenden haben wir eine Übersicht über die gängigsten Bezahlmethoden erstellt.

Das Lastschriftverfahren - kundenfreundlich und einfach

Bei fortlaufenden Zahlungen sehen Kunden das Bezahlen mit Lastschrift als simples und schnelles Verfahren an. In ganz Deutschland ist das Lastschriftverfahren weit verbreitet, da es eine kundenfreundliche Methode darstellt. Zahlreiche Behörden und Unternehmen bieten diese Form des Geldtransfers an, zusätzliche Kosten fallen für den Nutzer nicht an.

Anbieter mit entsprechenden Abo-Modellen sollten diese Methode also auf jeden Fall in ihr Repertoire aufnehmen. Ansonsten läuft das Unternehmen Gefahr, trotz gutem Gesamtkonzept Kunden an die Konkurrenz zu verlieren.
Daher ist es nicht verwunderlich, dass sogar Branchen, in denen es nur zu einmaligen oder unregelmäßigen Zahlungen kommt, diese Methode anbieten. So haben nicht nur Online-Shops, sondern z.B. auch Anbieter von Glücksspielen wie das Online-Casino Mr. Green das Lastschriftverfahren in ihre Auswahl an Transfermöglichkeiten aufgenommen.

Da Glücksspiel im Internet und Online-Kartenspiele immer beliebter werden, muss man sich bei der Bezahlmethode natürlich auch die Frage nach der Sicherheit stellen. Für die Nutzung des Lastschriftverfahrens muss man zwar dem Händler seine Bankdaten zukommen lassen, allerdings kann man bei der Bank innerhalb von acht Wochen nach der Abbuchung widersprechen, so dass sich das Risiko in Grenzen hält.
Auf einen seriösen Anbieter sollte man allerdings achten und sicherstellen, dass die Bankdaten nur über eine verschlüsselte Verbindung übermittelt werden, um den Zugriff Dritter zu verhindern. Alles in allem ist das Lastschriftverfahren neben der Bezahlung per Rechnung eine der sichersten Bezahlmethoden überhaupt - und das gilt auch für Geldtransfers im Internet.

Der Klassiker - die Rechnung

Die Bezahlung per Rechnung ist allerdings die sicherste Möglichkeit des Geldtransfers. Denn erst wenn der Kunde die Ware erhalten bzw. die Dienstleistung in Anspruch genommen hat, überweist er das Geld. Das führt zwar zu einem geringen Mehraufwand, aber die Sicherheit, vor allem bei der Nutzung von neuen Anbietern, ist es allemal wert.

Problem bei dieser Zahlungsweise ist allerdings die Tatsache, dass bei weitem nicht alle Online-Shops oder Service- und Dienstleistungsanbieter aus dem Web die Zahlung per Rechnung ermöglichen. Manche Unternehmen offerieren diesen Service nur ihren Stammkunden, andere verlangen dafür eine Gebühr. Das hat vor allem zwei einfache Gründe:Den Betreibern entstehen Mehrkosten durch das zusätzliche Erstellen der Rechnungen und den daraus resultierenden Wartezeiten auf das Geld. Einige Kunden neigen dazu, Rechnungen spät oder gar nicht zu bezahlen, was wiederum zu Mehrkosten durch Inkasso, Rückführung der Ware etc. führt.
Kreditkarte - schnell und länderübergreifend

Kreditkartenzahlungen sind einfach und vor allem für Geschäfte mit ausländischen Unternehmen oft alternativlos. Bei der Übertragung der Daten sollte man allerdings wie beim Lastschriftverfahren auf eine verschlüsselte Verbindung achten, da man Kreditkartennummer, Gültigkeitsdatum und die Kontrollnummer für die anstehende Transaktion eingeben muss.

Opfer von Betrügern haben bei Kreditkartenunternehmen aber häufig die Chance, das Geld ersetzt zu bekommen. Für noch mehr Sicherheit können sogenannte "Prepaid-Kreditkarten" sorgen, bei denen nur der vorher aufgeladene Betrag tatsächlich abgebucht werden kann und wodurch man stets die Kontrolle über den Geldtransfer behält.

Nachnahme - nicht die beste Wahl

Bei einer Bestellung per Nachnahme bezahlt man die Ware bei Erhalt direkt beim Paketdienst, in Deutschland also in der Regel bei der DHL. Das Paket kann allerdings nicht vor dem Bezahlen geöffnet oder der Inhalt überprüft werden.

Zusätzlich fallen hohe Nachnahmegebühren an, damit sich dieser Service auch für die Post lohnt. Rückabwicklungen sind kompliziert und die bestellte Ware kann auch nur persönlich in Empfang genommen werden, daher ist diese Methode - in der Regel - nicht zu empfehlen. Ausnahmen gelten womöglich für Bestellungen, die man gerne unbedingt persönlich in Empfang nehmen und keinen fremden Händen überlassen möchte.

PayPal - Marktführer, schnell und bequem

PayPal hat dank der Übernahme durch Ebay seinen Beliebtheitsstatus noch einmal steigern können und ist seit mehr als einem Jahrzehnt der Marktführer im Bereich "Payment Processing". Daher hat der "Bezahlfreund" auch eine unvergleichliche Reichweite und wird von einem Großteil aller Online-Shops akzeptiert.
Obendrein gelingt die Zahlung schnell und bequem, da man nur die E-Mail-Adresse und sein PayPal-Passwort für den Geldtransfer benötigt. Man muss seine Bankdaten daher nur einem Unternehmen übermitteln und nicht anderen Anbietern. In puncto Sicherheit verlor der Bezahldienst allerdings stark an Boden. Durch die weite Verbreitung ist PayPal naturgemäß ein beliebtes Angriffsziel von Betrügern, was sich in letzter Zeit vor allem in der Versendung von Phishing-Mails bemerkbar machte.

SOFORT-Überweisung, GiroPay und Co. - die Konkurrenz wächst

Für PayPal wächst die Konkurrenz, denn immer mehr unkomplizierte und vor allem schnelle Zahlungsmethoden drängen auf den digitalen Bezahlmarkt. Am ehesten sind diese mit dem Prinzip der Vorkasse zu vergleichen, stellen nur eine schnellere Alternative dar. Gänzlich überzeugt von der Sicherheit sind jedoch noch längst nicht alle Kunden, da man häufig seine kompletten Bankdaten bei jeder Zahlung angeben muss.

Das schreckt einige Nutzer ab, auch wenn die Bezahlmethode wie bei GiroPay von vielen Banken legitimiert ist. Anbieter sogenannter E-Wallets, also elektronischer Geldbörsen, wie Skrill bieten vermeintlich etwas mehr Sicherheit, da man zur Zahlung wie bei PayPal meist nur seine E-Mail-Adresse und das zugehörige Skrill-Passwort benötigt. Für Kunden ist der Weg einer Direktüberweisung allerdings oft einfacher und schneller, Gebühren hingegen fallen grundsätzlich nur für den Händler an.







Welche Online-Branchen nutzen welche Zahlungsmethoden?

Bezahlmethoden   Supermarkt
(Beispiel: Lidl)  Shop
(Bsp.: H&M)  Casino
(Bsp.: Mr. Green)  Filmverleih
(Bsp.: Netflix)
 Rechnung  x  x  -  - 
 Lastschriftverfahren  x  -  x  x 
 Kreditkarte  x  x  x  x 
 Nachnahme  -  x  -  - 
 Direktüberweisung  x  -  x  - 
 PayPal  -  -  x  x 
 E-Wallet  -  -  x  - 

Die verschiedenen Branchen und Anbieter präferieren unterschiedliche Zahlungsmethoden. Online-Casinos und ähnliche Unternehmen bieten den Kunden zahlreiche Möglichkeiten für den Geldtransfer. Vor allem bei Casinos ist es wichtig, eine Vielzahl an Optionen beim Geldtransfer zu ermöglichen, da hier Geld in beide Richtungen fließen kann.
Unternehmen wie Supermärkte, die ihr Kerngeschäft im stationären Handel betreiben, aber Lebensmittel und anderes mittlerweile auch nach Hause liefern, sind in Sachen Zahlungsmöglichkeiten nicht so breit aufgestellt und haben noch etwas Nachholbedarf.
Dass Netflix für Deutschland bislang nur wenige Zahlungsmöglichkeiten im Angebot hat, tangiert die Zielgruppe aufgrund der stark steigenden Mitgliederzahlen anscheinend nur peripher. Am fortschrittlichsten sind bei der Auswahl an Zahlungsoptionen nicht überraschend Finanzdienstleister, Online-Casinos und Glücksspielanbieter aufgestellt.