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Investitionen
Wird China weiter Interesse am europäischen Fußball haben?

Fußballclub Newcastle United
Fußballclub Newcastle United FOTO: nufc
Saarbrücken. Der wirtschaftliche Fortschritt in China ist ungebrochen. Während früher die Chinesen besonders für ihre günstig produzierten IT-Produkte und Textilien bekannt waren, versuchen aktuell diejenigen, die durch den wirtschaftlichen Aufschwung an viel Geld gekommen sind, ihr Geld im Ausland zu investieren. Dabei sind besonders hochtechnologische Firmen aus Europa und Amerika interessant, da sie in Sachen Know-how den Chinesen noch weit überlegen sind.

Bei einem kürzlich stattgefundenen Kongress der Kommunistischen Partei Chinas verkündete der Staatspräsident Xi Jinping eine neue chinesische Ära des nach außen Orientierens. Eine der wichtigsten Ankündigungen war dabei, dass das chinesische Staatsgericht eine Liste der Investitionsmöglichkeiten veröffentlichen wird, die einige Wirtschaftszweige aufführt, welche in Zukunft aufgrund unterschiedlichster Gründe für chinesische Investoren eingeschränkt bzw. reglementiert werden. Auf dieser Liste erscheint auch die Einschränkung der Investition in ausländische Sportvereine.


Seit dem im Oktober stattgefundenen Kongress wird aber heftig spekuliert ob Xi Jinping diese Regeln wieder etwas lockern wird, um es einem chinesischen Konsortium zu ermöglichen, den britischen Fußballclub Newcastle United zu übernehmen. Dieser wurde vom britischen Tycoon Mike Ashley offiziell zum Verkauf angeboten. Diese Gerüchte stammen schon aus den Sommermonaten als öffentlich wurde, dass eine Gruppe von Chinesen interessiert war, eine große Summe in den Verein zu investieren. Dies war zu der Zeit nicht verwunderlich, da das britische Pfund auf einem Tiefstand gehandelt wurde, was eine goldene Ära der chinesischen Investitionen in Großbritannien auslöste.



Aber nicht nur in ausländische Vereine wurde investiert. Seit einigen Jahren locken die chinesischen Clubs europäische Topspieler mit unglaublich hohen Jahresgehältern. Dies hat dazu geführt, dass die chinesische Liga während der europäischen Fußballsaison 2016/17 mit Investitionen in neue Spieler, die etwa 336 Millionen Euro betrugen, etwa 19-mal so viel in Spieler investierte wie die deutsche Bundesliga. Die Investitionen lagen sogar deutlich über denen der Premier League, die bislang sonst immer Spitzenreiter in Spielerinvestitionen war.

Das erwähnte Newcastle United ist aber nicht der einzige Verein, an denen die Chinesen Interesse zeigen. Es ist bekannt, dass auch Aston Villa, Manchester City, Atletico Madrid, West Brom und Wolverhampten als potenzielle Investitionsmöglichkeiten beobachtet werden.

Wird nun die Politik gelockert, ist davon auszugehen, dass viel Geld von China in die europäischen Clubs fließt. Dabei wird aber grundsätzlich eher in Vereine als in einzelne Spieler investiert, da die Verpflichtung von Spielern aus den europäischen Ligen nun hoch versteuert werden muss. Mit dieser Reglung versucht der Staatspräsident, der seinerseits als großer Fußballfan gilt, den nationalen Fußball zu stärken. Xi Jinping denkt nämlich groß – 2030 möchte er die Weltmeisterschaft in China austragen und mit der Nationalmannschaft spätestens 2050 den WM-Titel holen.

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Newcastle United Offiziell Zum Verkauf Angeboten

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