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Recht
Wie finde ich den richtigen Anwalt? Wertvolle Tipps und Trick bei einem Rechtsstreit

Wertvolle Tipps und Trick bei einem Rechtsstreit
Wertvolle Tipps und Trick bei einem Rechtsstreit FOTO: pixabay.com © AJEL (CC0 1.0)
Saarbrücken. Wer in einen Rechtsstreit geraten ist, sollte sich zügig nach einem passenden Anwalt umsehen. Denn nur so ist sichergestellt, dass man auch wirklich zu seinem Recht kommt.

Viele Betroffene fragen in einem solchen Fall im Bekanntenkreis oder bei Freunden nach, ob jemand einen Tipp hat, wie man den richtigen Anwalt für sein Anliegen findet. Das ist jedoch nur selten von Erfolg gekrönt, denn in der Regel sind Freunde und Bekannte auch keine Fachmänner und -frauen auf dem Gebiet.


Besser geht es daher, wenn man sich gleich online auf die Suche macht. Das spart Zeit und führt schneller zu dem gewünschten Ergebnis. Außerdem hat man so die besten Chancen, sofort den richtigen Fachmann für seinen Rechtsstreit zu finden, da die meisten Anwälte ein Spezialgebiet verfolgen. "Generell ist eine Spezialisierung von Vorteil, da der Rechtsanwalt in dem betreffenden Rechtsgebiet in der Regel dann nachhaltig Erfahrungen und Wissen gesammelt hat", rät auch Rechtsanwalt Einbock von JuraForum.de.

Die Suche nach dem passenden Anwalt im Netz: Darauf sollten Sie achten

Die meisten Personen, die online einen Anwalt suchen, beginnen damit, indem sie Google fragen. Ist ja auch verständlich, schließlich liefert die Online-Suchmaschine bei den meisten Suchanfragen gute Ergebnisse. Bei der Suche nach einem Anwalt kann das gewohnte Suchverhalten allerdings auch ganz schnell nach hinten losgehen, denn Google bietet für gewerbliche Kunden auch die Option an, sich die ersten Plätze in den Suchergebnissen zu kaufen.

Anwälte, die also ganz oben in den Ergebnissen auftauchen, müssen noch lange nicht die mit der längsten Erfahrung oder dem meisten Erfolg sein - das nötige Kleingeld reicht nämlich auch aus, um sich diesen Platz zu sichern. Besser ist es daher, sich bei den Profis zu informieren und bestimmte Suchportale im Internet zu nutzen. Hier kann man nämlich sicher sein, dass man neben aussagekräftigen Informationen auch wirklich an Fachleute gerät, die etwas von dem Rechtsgebiet verstehen, in dem sie arbeiten.



Suchportale haben viele Vorteile

Wer sich nun also nicht mehr ausschließlich auf die Google Suchergebnisse verlassen möchte, sondern sich lieber auf Internet-Suchportalen informiert, kann von vielen Vorteilen profitieren:

Häufig haben diese Portale neben der Suche nach dem passenden Anwalt noch weitere wertvolle Tipps, die nicht nur Personen mit einem anhängigen Rechtsstreit helfen können. Ratgeberseiten informieren über interessante Fakten aus der Welt der Juristen, während man sich ebenso über die aktuellsten Urteile und Gesetze schlau machen kann. Auch die Anwälte, die man über das Portal beauftragen kann, sind hier bereits mit einigen "Kostproben" vertreten: So kann man Artikel zu dem jeweiligen Fachgebiet des Anwalts finden, in denen man sich bereits vorab von den Kenntnissen und Fertigkeiten des Anwalts ein Bild machen kann. So muss man sich bei der Suche nach dem passenden Anwalt nicht nur auf sein Bauchgefühl verlassen, sondern hat schon vorher aussagekräftige Artikel als Entscheidungshilfe zur Hand.

Das bedeuten die verschiedenen Bezeichnungen der Anwälte

Bei der Onlinesuche nach einem Anwalt kann es durchaus vorkommen, dass den Suchenden Bezeichnungen begegnen, die sie nicht direkt zuordnen können. Das ist in den meisten Fällen auch nicht verwunderlich, denn im eigentlichen Sinne darf sich ein Anwalt die Zusatzbezeichnungen geben oder Tätigkeitsschwerpunkte nennen, wie er es möchte. Eine Beschränkung gibt es dabei nicht. Jedoch sollte der Anwalt tiefergehende Kenntnisse in dem Fachgebiet haben. Denn nur dann ist es auch wirklich sinnvoll, sich als Anwalt mit dem entsprechenden Schwerpunkt zu bezeichnen, wenn man auch wirklich in dem Rechtsgebiet tätig ist.

Eine Ausnahme gibt es allerdings bei dem Titel Fachanwalt. Dieser steht unter einem besonderen Schutz und wird ausschließlich von Rechtsanwaltskammern verliehen. Um diese Bezeichnung tragen zu dürfen, müssen Rechtsanwälte besondere Zusatzschulungen durchlaufen und ihr erworbenes Wissen in einer Klausur nachweisen. Außerdem müssen sie eine gewisse Zahl von Mandaten in dem ausgesuchten Rechtsgebiet vertreten haben, bevor sie sich Fachanwalt nennen dürfen. Aktuell gibt es dabei 23 unterschiedliche Rechtsgebiete, in denen man sich zum Fachanwalt ausbilden lassen kann. Dazu gehören unter anderem:

  • Arbeitsrecht
  • Bank- und Kapitalmarktrecht
  • Erbrecht
  • Familienrecht
  • Miet- und Wohnungseigentumsrecht
  • Steuerrecht
  • Strafrecht
  • Verkehrsrecht

Ein Anwalt, der sich als Spezialist bezeichnet, hat nicht nur tiefergehende Kenntnisse in dem jeweiligen Rechtsgebiet, sondern konnte aufgrund seiner jahrelangen Erfahrung mehr Kenntnisse sammeln als ein Fachanwalt. Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) kam in dem Jahr 2004 sogar zu dem Urteil, dass es einen deutlichen Unterschied zwischen Fachanwalt und Spezialist gibt. Dieser Unterschied sei sogar so offensichtlich, dass sogar Laien ihn auf Anhieb verstehen. Anwälte, die sich als Spezialisten bezeichnen, möchten - der Argumentation des BVerfG nach - sich ausschließlich mit dem jeweiligen Gebiet befassen und keine anderen Tätigkeiten übernehmen. Dadurch, dass diese Anwälte ein bestimmtes Rechtsgebiet exklusiv behandeln und Mandanten in Rechtsstreitigkeiten vertreten, können sie noch weitergehendes Wissen erwerben.

Ich habe eine Rechtsschutzversicherung. Wie finde ich den richtigen Anwalt?

Sind Sie rechtsschutzversichert und kommt es zu einer Rechtsstreitigkeit, können Sie sich zunächst einmal freuen, denn in der Regel wird die Rechtsschutzversicherung für Ihre Kosten aufkommen. Allerdings müssen Sie sich vorab eine sogenannte Deckungszusage von der Versicherung einholen. Meist geschieht das dadurch, dass Sie bei der Hotline anrufen und Ihr Anliegen schildern. Ganz häufig werden Sie im nächsten Schritt zu einem Fachanwalt durchgestellt, der mit der Versicherung zusammenarbeitet. Nun haben Sie die Möglichkeit, bereits telefonisch erste Fragen zu erörtern. Diesem Anwalt muss man jedoch nicht auch automatisch das Mandat erteilen. Rechtsschutzversicherte haben die Möglichkeit, sich den Anwalt frei selbst zu wählen - das gilt jedenfalls bei den meisten Rechtsschutzverträgen. Eine gründliche Recherche in Online-Suchportalen schadet daher auch bei Rechtsschutzversicherten nicht.