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| 12:48 Uhr

Wohnen
Umweltfreundlicher einrichten: Heimisches Massivholz vs. Tropenholz

FOTO: archidea/clipdealer.de
Saarbrücken. Wer in Holzmöbel investieren möchte, steht vor einer großen Auswahl an Materialien. Von A wie Ahorn bis Z wie Zirbe sind unter den Holzsorten für Möbelbau sowohl tropische als auch heimische Massivhölzer gefragt. Allerdings scheiden sich die Geister, welche Variante tatsächlich umweltfreundlicher ist. Ein Vergleich der Vor- und Nachteile von Tropenhölzern und heimischem Massivholzkann weiterhelfen.

Argumente für Tropenholz

Teak, Mahagoni, Akazie: Tropische Hölzer wie diese sind nicht umsonst ein beliebtes Material auf dem Möbelmarkt. Zwar werden Tropenhölzer mittlerweile nicht mehr ganz unkritisch betrachtet, da durchaus bekannt ist, dass sie oft unter umweltschädlichen Bedingungen gewonnen werden – allerdings stehen auf der anderen Seite einige schlagende Argumente, die viele Menschen letztendlich doch zum Kauf von Tropenholz-Möbeln bewegen:

  • Der Preis 

  • Die Haltbarkeit
  • Die Optik 



Möbel aus tropischen Hölzern sind häufig günstiger als Massivholzmöbel aus heimischem Holz. Gleichzeitig bieten sie eine bessere Qualität als sehr günstige furnierte Möbel aus günstigen Möbelketten. 

Denn Tropenholz ist resistent gegen Insekten- und Pilzbefall und hält damit einiges aus, zumal es noch dazu sehr stabil und hart ist. Widerstandsfähig und langlebig sind Tropenhölzer also durchaus, was in Kombination mit den vergleichsweise moderaten Preisen eine nahezu unschlagbare Kombination zu sein scheint. Gerne werden Tropenhölzer deswegen auch für Terrassenmöbel eingesetzt. 

Bedenkt man zusätzlich noch die einheitliche Maserung, die sich bei Tropenhölzern aus der meist schnurgeraden Wuchsrichtung ergibt, sind das bereits einige triftige Gründe, die für die exotischen Materialien sprechen. Gleichzeitig gibt es allerdings auch eine nicht zu unterschätzende Kehrseite der Medaille.

Argumente gegen Tropenholz

Ein allgemein bekannter Aspekt, der gegen Tropenholz spricht, ist die Rodung der Regenwälder. Bäume werden abgeholzt, aber nicht wieder angepflanzt, sodass eine dauerhafte Lücke in den empfindlichen Ökosystemen entsteht. So lässt sich auch bereits die Liste der Gegenargumente einleiten: 



  • Der Umweltfaktor 

  • Der ethische Faktor

  • Der Unsicherheitsfaktor 



Das schonungslose Abholzen hat gravierende Umweltfolgen. Denn dadurch findet die Wasserspeicherung in den Wäldern nicht länger statt, sodass die Gefahr von Dürreperioden steigt. Auch CO2 wird in deutlich geringerem Maß abgebaut, wenn Bäume diese Aufgabe nicht länger übernehmen können. Gleichzeitig verursachen die langen Transportwege schädliche Emissionen. Hinzu kommt: Wo ein Ökosystem zerstört wird, verlieren viele Tiere und auch einheimische Völker ihren Lebensraum. Die Arbeitsbedingungen, unter denen das Holz gewonnen wird, sind oft katastrophal. 

Umweltzertifikate sind übrigens ebenfalls mit Vorsicht zu betrachten. Denn auf dem Papier garantieren diese Siegel zwar eine faire und nachhaltige Holzgewinnung, tatsächlich aber können manchevermeintlichen Gütesiegel als reine Marketingstrategie gewertet werden. Eine vertrauenswürdige Ausnahme bildet das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council).

Argumente für heimisches Massivholz

Dass Tropenholz nicht unbedingt die umweltfreundlichste Option für die Inneneinrichtung darstellt, ist eine gängige Meinung. Massivholz aus heimischen Hölzern soll hingegen deutlich nachhaltiger sein. In der Tat sprechen folgende Aspekte eindeutig für heimische Massivhölzer: 



  • Die Haltbarkeit 

  • Die Optik
  • Die Umweltbilanz 



Heimische Hölzer sind oft keineswegs weniger robust und ebenso langlebig wie Tropenholz. Wird das Holz beispielsweise in der Verarbeitung mit Essigsäure behandelt, wird es genauso widerstandsfähig wie tropische Hölzer. Heimische Hölzer wie Eiche oder auch Edelkastanie sind zudem von Haus aus bereits sehr beständig und fest, sodass sie sich gut für den Bau von Massivholzmöbeln eignen. Beliebte Schlafzimmermöbel sind beispielsweise Kommoden aus Eiche, Betten, Schränke, sowie im Wohnraum Tische, Stühle, Türen und Böden. 



Besonders umwelt- und qualitätsbewusste Konsumenten statten allerdings nicht nur den Wohn- und Schlafraum mit heimischen Massivholz aus, sondern setzen sogar beim Neubau gänzlich auf Holz. Holzhäuser bestechen mit ihren guten Dämmungswerten und einem gesunden Wohnklima. Nicht zuletzt deshalb erfahren Holzhäuser gerade einen regelrechten Boom. Selbst für das Kinderzimmer setzen viele Eltern mittlerweile nur noch auf Massivholz, denn ist es unbehandelt, ist es frei von Schadstoffen und die Stabilität ist von keinem anderen Material zu übertreffen. 



Natürlich spielt beim Möbelkauf auch stets die Optik eine Rolle. Heimische Hölzer weisen mehr Astlöcher und unterschiedliche Maserungen auf, da sie in der Regel nicht so gerade nach oben wachsen wie Bäume im Regenwald. Dadurch werden Möbelstücke einzigartig und bekommen einen ganz eigenen Charakter. 

Bei entsprechenden Produktionsbedingungen sind heimische Massivhölzer zudem insofern umweltfreundlicher, als sie oft weniger stark behandelt und aus näher gelegenen Regionen bezogen werden. Oft – aber nicht immer, weshalb heimisches Holz auch kritisch betrachtet werden sollte.

Argumente gegen heimisches Massivholz

Unter „heimischem Holz“ stellt man sich schnell harmonische Wälder in nächster Nähe vor. Tatsächlich trügt aber die Bezeichnung, da „heimisch“ nur bedeutet, dass die entsprechende Holzart theoretisch auch in Deutschland wachsen könnte. Transportweg und die Bedingungen der Holzgewinnung werden dabei außer Acht gelassen. 

Die vermeintlich heimischen Massivhölzer können also auch aus Raubbau in Sibirien, Nordamerika und anderen Gebieten oder von Plantagen stammen. Letztere sind ebenfalls unvertretbar, da sie natürlichen Wäldern den Lebensraum nehmen und stark mit Pestiziden behandelt sind. Wer also ganz sichergehen möchte, dass die Herkunft des neuen Möbelstücks unbedenklich ist, sollte nicht heimisches Holz kaufen, sondern regionales.

Worauf achten bei der Wahl des richtigen Holzes?

Der direkte Vergleich zeigt: Beim Kauf von Holzmöbeln ist es die sicherste Methode, beim Händler ausführlich nachzufragen. Ein guter Verkäufer von Massivholzmöbeln kann über die Herkunft des Holzes sowie die Produktionsbedingungen und das Vorgehen bei der Verarbeitung Auskunft geben. Stammt das Holz aus der Region bzw. aus nachweislich nachhaltigem Anbau, ergeben sich daraus Möbelstücke, mit denen man dem Zuhause guten Gewissens ein gesundes, natürliches Flair verleihen kann. 

Bekommt der Kunde jedoch nur die Information, es handle sich um ein heimisches Holz, ist Vorsicht geboten. Denn auch Lärchen, Fichten und Co. können als heimisch verkauft werden, obwohl sie eigentlich aus Raubbau in Osteuropa gewonnen wurden oder aus Holzplantagen stammen. 

Insgesamt sind tendenziell heimische Hölzer umweltfreundlicher, da sie idealerweise kürzere Transportwege haben und nachhaltiger verarbeitet werden. Vertrauen sollte man aber beim Möbelkauf vor allem auf das FSC-Siegel sowie auf die Kompetenz und Bereitschaft des Händlers, die Herkunft des Holzes zu erläutern.