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Personal
Rekrutierung von Fachkräften: Herausforderung für Arbeitgeber

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Saarbrücken. Die Suche nach geeignetem Personal bereitet Arbeitgebern zunehmend Probleme. Der Fachkräftemangel, der demografische Wandel und die fortschreitende Digitalisierung sorgen für mehr Wettbewerb. Eine Herausforderung, der sich insbesondere der Finanzsektor stellen muss.

Generation Y: Work-Life-Balance wichtiger als Verdienst


Für Menschen, die zwischen 1980 und 2000 auf die Welt kamen, hat sich der Begriff „Generation Y“ etabliert. Von älteren Arbeitgebern unterscheidet sich diese Generation insofern, als dass Verdienst und Karrierechancen für sie nicht mehr die wichtigste Rolle bei der Jobwahl spielen. Wichtiger ist ihr das Gleichgewicht zwischen Arbeit und Freizeit, die Work-Life-Balance.

Viele Unternehmer haben die veränderten Erwartungen der jungen Arbeitnehmer bereits erkannt und darauf reagiert. So auch der Finanzdienstleister tecis, der seine Kunden im World Wide Web über Neuerungen im Finanzsektor informiert. Als Arbeitgeber überzeugt tecis seine Mitarbeiter vor allem mit seiner fairen und entgegenkommenden Art, das Unternehmen beschäftigt rund 4.000 Berater im gesamten Bundesgebiet. „Es geht darum, selbst aktiv seine Zukunft mitzugestalten“, lautet das Motto der Finanzberatung. Flexible Arbeitszeiten sind für tecis eine Selbstverständlichkeit, schließlich haben sich die Ansprüche der Bewerber ans Berufsleben in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Wer heute 30 Jahre alt ist, der will Berufliches mit Privatem verknüpfen. Im Büro- oder Arbeitsalltag legen die Young Professionals Wert auf flache Hierarchien und die Organisation in Teams. Die Möglichkeit, selbstständig und flexibel zu arbeiten, ob zu Hause oder im Office, ist für sie ein wichtiges Kriterium.



Langfristige Arbeitsverhältnisse durch Cultural Fit

Cultural Fit ist ein Begriff aus der Personalpsychologie und meint so viel wie die Übereinstimmung von Zielen und Werten des Bewerbers mit denen des Unternehmens. Im Idealfall führt die Übereinstimmung dazu, dass die Fachkraft dem Unternehmen viele Jahre zur Verfügung steht. Für zahlreiche Firmen ist es daher längst selbstverständlich, sich in der Verhandlung um Arbeitszeiten kooperativ zu zeigen. Der Kickertisch, der vor einigen Jahren als Inbegriff einer hippen Mitarbeiterkultur galt, wird die zukünftigen Arbeitskräfte kaum noch überzeugen.

Recruiting findet im Internet statt

In Zeiten von Social Media müsse sich viele Fachkräfte nicht mehr selbst auf eine Stelle bewerben. Viele Personaler analysieren auf Jobportalen wie Stepstone und Monster die dortigen Profile von Jobsuchenden und setzen sich bei Deckung mit den potenziellen Arbeitskräften in Verbindung. Zudem gewinnen spezialisierte Branchenportale an Bedeutung, Finanzunternehmen beispielsweise werden auf financecarreer.de und bankjob.de fündig. Ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Job- und Mitarbeitersuche spielen die beruflichen Netzwerke Xing und LinkedIn.

Gute Verdienstmöglichkeiten in Aussicht stellen

Grundsätzlich gilt: Wer gut ausgebildete Fachkräfte beschäftigen will, muss sich das auch was kosten lassen. So lag der Jahresverdienst eines Leiters für IT-Support 2017 bei durchschnittlich 76.500 Euro, Boni und andere Zusatzleistungen exklusive. In 2018 wird das Durchschnittsgehalt geschätzt sogar über 78.000 Euro betragen.