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Tarife
Prepaid-Tarife und ihre mögliche Ausgestaltung

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Saarbrücken. Wer Prepaid-Tarife noch mit den damaligen Handykarten in Verbindung bringt, die die meisten nutzten, weil »echte Handyverträge« schier unbezahlbar waren, der dürfte sich irren.Denn Prepaid-Tarife sind auch bei Smartphones sehr beliebt, weil sie Nutzern die Freiheit gewähren, beim Sparen helfen und nicht zuletzt die Chance bieten, eine zweite SIM-Karte zu erhalten.

Aber was unterscheidet die heutigen Tarife von den damaligen Prepaidkarten? Immerhin können sie immer noch an der Supermarktkasse oder an der Tankstelle erworben werden und basieren darauf, dass ein bestimmter Betrag auf ein Konto eingezahlt wird. Dieser Artikel schaut sich die Tarife einmal an und erklärt, worauf es ankommt.


Minutengenau oder Flatrates?

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In seinem Prinzip hat sich der Prepaid-Tarif nicht verändert. Handynutzer erwerben eine SIM-Karte und können wahlweise über gekaufte Codekarten, übers Internet oder über Überweisungen Geld zur Nutzung aufladen. Der Unterschied zu damals ist, dass das Guthaben nun nicht mehr nur für SMS und die Telefonie gilt, sondern auch das Internet abdeckt. Zugleich bieten die Prepaid-Anbieter verschiedene Systeme an, über die das Guthaben verteilt werden kann. Zeitgleich gibt es buchbare Pakete, die von dem Guthaben abgezogen werden. Wobei die erste Frage immer lauten sollte, auf welche Weise telefoniert wird:

- Minutengenau - für jede Gesprächsminute wird ein Betrag vom Guthaben abgezogen. Die minutenweise Abrechnung lohnt sich in erster Linie für all diejenigen, die nur selten und kurz telefonieren. Wer monatlich nur auf knappe dreißig Minuten kommt, zahlt bei einer Flatrate drauf. Tipp: Es gibt Tarife, bei denen Minutenpakete gekauft werden. Für einen deutlich geringeren Betrag als bei der Minutenabrechnung können nun beispielsweise 60 Minuten im Monat erworben werden.

- Flatrates - wer viel telefoniert, nutzt besser eine Flatrate. Das funktioniert bei Prepaid-Anbietern über ein Paket. Nutzer haben hier übrigens die Wahl zwischen All-in-Flatrates, die das Festnetz und Mobilfunknetz abdecken, bestimmten Netzen oder auch Paketen für ausländische Netze. Wer regelmäßig Gespräche ins Heimatland führt, der sollte gezielt nach Prepaid-Anbietern mit solchen Angeboten suchen.

Nach demselben Prinzip können auch SMS gehandhabt werden. Auch hier gibt es die Stückabrechnung, aber auch Pakete und Flatrates. Der Vorteil des Prepaid-Systems bleibt bestehen. Die Pakete sind nur möglich, wenn sich Guthaben auf dem Konto befindet und sie besitzen in der Regel eine dreißigtägige Laufzeit.

Internetnutzung

Mit dem Smartphone wird längst nicht nur telefoniert, sondern das Internet steht im Mittelpunkt. Und wie funktioniert dies? Wer mit damaligen Prepaidangeboten online gegangen ist, musste schließlich schneller aufladen, als dass sich die Internetseite aufgebaut hat. Und heute? Ein Überblick:

- Pakete - über sie wird ein gewisses Datenvolumen gekauft. Innerhalb dieses Volumens kann nun mühelos gesurft werden. Die Pakete sind in verschiedenen Größen erhältlich und können miteinander kombiniert werden. Wer das Internet nur zwischendurch nutzt, kommt mit den Paketangeboten oft zurecht.

- Flatrate - dies ist eigentlich auch ein Paket, nur ist das Datenvolumen deutlich höher. Zudem können Nutzer auch nach dem Aufbrauchen des Volumens weitersurfen, nur mit einer geringeren Geschwindigkeit. Die Flatrate ist ein wenig teurer, lohnt sich aber für Vielsurfer. Anbieter wie Lebara stellen jedoch auch bei Paketen bis zu 10 GB Traffic-Volumen zur Verfügung.

- Sonderpakete - diverse Anbieter stellen mittlerweile Zusatzpakete zur Verfügung, die sich gerade für Jugendliche eignen. So garantieren WhatsApp-Pakete die unabhängige Nutzung des Messengerdienstes, ohne das Internetvolumen zu belasten. Ähnliche Pakete gibt es für Videos, Spiele oder Musikstreamingdienste.

Diese üblichen Formen bieten eigentlich alle Prepaidanbieter. Einige von ihnen geben den Nutzern jedoch auch die Chance, ein Guthaben ganz nach Belieben aufzuteilen. Im Kundenkonto legt der Nutzer nun fest, mit welcher Gewichtung er telefonieren, surfen oder auch Nachrichten verschicken möchte.

Tarifbesonderheiten

Obgleich es diverse Prepaid-Tarife gibt, die vollständig nach dem Guthabenverfahren funktionieren, so gibt es auch welche, die ein wenig davon abweichen. Hier fallen insbesondere die Paket-Tarife drunter, bei denen es kleinere Besonderheiten geben kann: - Laufzeit - die Pakete laufen zumeist dreißig Tage, verlängern sich dann aber automatisch um einen weiteren Monat. Nutzer können sie dennoch jederzeit zum Ende des aktuellen Zeitraums kündigen.

- Bezahlung - sie ist anbieterabhängig. Einige Pakete werden nach der Buchung vom Guthaben abgezogen und laufen nach den dreißig Tagen aus, wenn nicht genügend Guthaben für einen weiteren Monat vorhanden ist. Es ist aber auch möglich, die Pakete mit einer direkten Abbuchung vom Konto zu verbinden.

- Aufladung - auch sie ist mit Aufladekarten, aber auch online möglich. Kunden können online ein eigenes Kundenkonto eröffnen, wo sie mitunter ihre Pakete verwalten, den Verbrauch einsehen oder aber, die Aufladung regeln. Hier ist es möglich, die Bankverbindung zu hinterlegen und beispielsweise monatlich einen festen Betrag auf das Guthabenkonto zu laden.

- Buchung - sie kann jeweils online oder per SMS erfolgen. Bei Prepaid-Tarifen, die auf den Namen von Jugendlichen laufen, ist die Buchung etlicher Pakete jedoch nur durch die Eltern möglich.

Bestehen bleibt jeweils die Unabhängigkeit. Viele Prepaid-Tarife eignen sich hervorragend für Jugendliche, bei denen die Eltern einen Überblick über die Ausgaben behalten wollen. Über das Kundenkonto können sie die Telefonausgaben überprüfen und natürlich festlegen, was das Kind darf - und was nicht. Die Anbieter greifen auf die deutschen Mobilfunknetze zurück, sodass es in der Regel weder Probleme mit dem Empfang oder der Geschwindigkeit gibt.

Einen deutlichen Unterschied zu damaligen Prepaidkarten gibt es jedoch. Es ist nicht mehr möglich, Prepaid-Tarife oder die SIM zu erhalten, ohne sich selbst auszuweisen und registrieren zu lassen. Beim Kauf müssen Name, Anschrift und die Personalausweisdaten hinterlegt werden.

Fazit - perfekt fürs Zweithandy und die, die sich nicht binden wollen

Wer keinen langlebigen Handyvertrag abschließen möchte oder schlichtweg eine Alternative fürs Zweithandy oder am Wochenende sucht, ist mit den modernen Prepaid-Angeboten bestens beraten. Dank der vielen Paketmöglichkeiten lässt sich wirklich ein perfekt auf den Einzelnen zutreffender Tarif zusammenstellen, bei dem niemand mehr zahlt, als er wirklich verbraucht. Trotzdem sollten vor dem Abschluss die Anbieter miteinander vergleichen werden, damit die möglichen Pakete auch wirklich genutzt werden können. Gerade Wenigtelefonierer sparen beim Prepaid-Verfahren in den meisten Fällen bares Geld, da die wenigsten Handyverträge sie selbst bedenken, sondern sich stets an die Vieltelefonierer richten.