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Energie
Nur wer jährlich wechselt, spart wirklich deutlich - auch mit Ökostrom

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Saarbrücken. Die Energiekosten sind für viele Haushalte eine große Belastung, doch es gibt einen Ausweg. Am Markt tummeln sich etliche Anbieter, die mit großartigen Angeboten um Neukunden werben. Nichts spricht dagegen, jedes Jahr wieder Neukunde zu werden - selbst Stiftung Warentest empfiehlt dieses Vorgehen.

Strompreise vergleichen ist heute so einfach


Die Möglichkeiten für einen Strompreisvergleich sind vielfältig wie nie. Man besucht online eine spezialisierte Seite wie stromvergleich.de, gibt die Personenanzahl und die Postleitzahl an und erhält mit einem Klick die günstigsten Tarife aufgelistet. Natürlich lassen sich die Ergebnisse auch weiter filtern, unter anderem kann man nach bestimmten Anbietern suchen oder sich nur Tarife mit Ökostrom anzeigen lassen. Doch warum lohnt sich ein solcher Vergleich eigentlich, und wie macht man es richtig?

Die Strompreise steigen kontinuierlich



Seit Jahren sind die Strompreise auf einem Höhenflug, wobei sich im letzten Jahrzehnt herauskristallisierte, dass der Grundversorger stets die höchsten Kosten erzeugt und alternative Anbieter ein deutliches Sparpotenzial bieten. Dennoch haben nur knapp 10 % der deutschen Haushalte in den letzten 12 Monaten den Stromanbieter gewechselt. Viele Bürger wissen eventuell nicht, wie einfach ein Wechsel heute vonstattengeht. Denn neben dem reinen Vergleich bieten qualifizierte Seiten wie stromvergleich.de auch die Möglichkeit, den neuen Anbieter mit wenigen Klicks mit der Stromversorgung zu beauftragen, und dieser kümmert sich dann um die Kündigung beim bisherigen Anbieter. Man muss sich also keine Sorgen machen, entweder doppelt zahlen zu müssen oder eventuell sogar ohne Strom dazustehen.

Wer spart am meisten?

Wenn der erste Schritt einmal getan ist, befindet man sich auf dem richtigen Weg zu einer deutlichen Ersparnis, doch wer spart beim Vergleichen eigentlich am meisten: Der Nutzer mit einem flexiblen Tarif oder mit einem Bonus-Tarif?

Bonus-Tarife:

Diese Tarife sind ideal für aktive Nutzer geeignet, die ihre Verträge regelmäßig überprüfen. Sie locken mit besonders hohen Boni für das erste Vertragsjahr. Die Anbieter setzen auf die Bequemlichkeit der Verbraucher, denn sie holen sich ihre Extrakosten ab dem zweiten Jahr wieder herein. Dann sind die Tarife nämlich teilweise sogar teurer als die, aus welchen man heraus wechselte. Wird nicht rechtzeitig gekündigt, verlängern sich die Verträge meist um automatisch 12 Monate und schlagen dann kräftig zu Buche. Das lässt sich jedoch leicht vermeiden, indem man sich etwa an den anstehenden Ablauf der Laufzeit automatisch erinnern lässt. Dann kann man immer wieder von einem neuen Bonus profitieren - man sollte jedoch kontrollieren, ob dieser auch wirklich ausgezahlt wird, und ihn im Zweifelsfall beim Anbieter einfordern.

Flexible Tarife:

Diese Verträge laufen meist ein Jahr und sind insgesamt recht günstig, was den Arbeits- und Grund­preis betrifft. Boni gibt es jedoch meist nicht. Ab dem zweiten Jahr sind sie monatlich kündbar und bieten somit bei einer eventuellen Preiserhöhung die einfache Möglichkeit, umzusteigen. Sie bieten jedoch nicht die größte Ersparnis!

Am meisten sparen die Kunden, die immer wieder einen neuen Tarif wählen - denn durch den Wechselbonus wird die Ersparnis deutlich größer. Strompreisrechner beziehen beim Vergleichen diesen Bonus schon mit ein. So erspart man sich die lästige Rechnerei.

So einfach war Ökostrom noch nie

Dank der Onlinerechner ist es heute ein Leichtes, einen Anbieter für Ökostrom zu wählen und durch seinen bewussten Konsum ein Zeichen zu setzen. Die Energiewende ist in Deutschland in vollem Gange, doch natürlich braucht sie noch mehr Unterstützer. Wer Ökostrom bezieht, dessen Energie kommt zumindest zu einem Teil aus erneuerbaren Energien wie Sonnenenergie und Windkraft. Es ist so einfach, als Verbraucher seine persönliche Klimabilanz zu verbessern, denn die 522 g CO2, die ein herkömmlicher Anbieter bei der Erzeugung von einer Kilowattstunde Strom ausstößt, können locker unterboten werden: hin bis zu völlig CO2-freier Erzeugung. Eine kleine Familie kann so jedes Jahr fast zwei Tonnen CO2 einsparen, ohne, und das ist heute das Besondere, wesentlich mehr zu bezahlen als bei einem konventionellen Anbieter.

Ist das das Ende von Atomstrom?

Einige Atomkraftwerke sind in Deutschland immer noch am Netz, und den Verbrauchern bleibt nichts anderes, als "mit den Füßen abzustimmen" und selbst für mehr sauberen Strom zu sorgen. Das gelingt am einfachsten durch die Wahl des geeigneten Anbieters. Es gibt jedoch einen weiteren Weg, die eigene Ökobilanz zu verbessern, und der besteht ganz einfach darin, möglichst stromsparend zu leben. Wie geht das?

Zu Hause Strom sparen

Woher auch immer der Strom kommt, je sparsamer man das kostbare Gut verwendet, umso besser für das eigene Portmonee - und natürlich auch die Umwelt. Dafür sollte man einmal die Geräte unter die Lupe nehmen, die im eigenen Haushalt in Betrieb sind. Das gilt besonders für Kühlschränke, Waschmaschinen und Tiefkühler, die einen Großteil des Stroms verbrauchen - gemeinsam mit dem Herd, der ebenfalls hohe Kosten verursacht. Es gibt jedoch einige Kniffe, mit denen man sparen kann:

  • Beim Kochen sollte man die richtige Topfgröße verwenden, mit welcher die Herdplatte ganz bedeckt wird. Ein Deckel spart ebenfalls Energie.
  • Anstelle des großen Backofens lässt sich für das Zubereiten einer kleinen Portion auch ein kleiner Ofen verwenden. Dieser läuft nicht mit Starkstrom, hat einen kleineren Rauminhalt, den es zu erhitzen gilt und ist dadurch sparsamer.
  • Wäschetrockner sind praktisch, verbrauchen jedoch unnötig Energie. An der Luft trocknet die Wäsche ebenso gut.
  • Heiße Speisen sollten zunächst einmal abkühlen lassen, bevor sie in den Kühlschrank gestellt werden.
  • Wenn Geräte ausgetauscht werden müssen, greift man am besten zu neuen Teilen mit der besten Energieeffizienz. Dadurch lässt sich eine Menge Strom einsparen, allerdings nur, wenn die alten Geräte dann auch nicht weiter betrieben werden.
  • Ein Klassiker, der noch zu selten umgesetzt werden: Schluss mit dem Standby und her mit abschaltbaren Steckerleisten.

Strom sparen ist einfach und bringt zusammen mit dem passenden Anbieter eine jährliche Ersparnis von mehreren Hundert Euro. Die kleine Mühe lohnt sich also in jedem Fall.