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Wirtschaft
Erfolgreich ein Unternehmen gründen

Saarbrücken. Immer mehr Menschen spielen mit dem Gedanken, sich selbstständig zu machen, um der eigene Chef zu sein. Das Fundament einer erfolgreichen Unternehmensgründung ist entweder einer revolutionäre oder ein sich bereits bewährte Geschäftsidee. Allerdings ist es allein mit einer guten Idee auf dem Weg in die Selbstständigkeit nicht getan. Stattdessen gilt es viele neue Aufgaben und ungeahnte Herausforderungen wie die Wahl einer geeigneten Rechtsform oder die Organisation notwendiger finanzieller Mittel zu bewältigen.

Geschäftsidee in einem Businessplan konkretisieren


Viele potenzielle Gründer unterschätzen den Vorgang einer Existenzgründung. Sie sind der Meinung, dass eine Unternehmensgründung nur darin besteht, einen Businessplan zu schreiben und sich auf dem Markt zu etablieren. Anschließend müssen die Mitarbeiter nur noch für ihre Kunden Angebote schreiben. Im Internet gibt es schließlich passende Online-Tools wie dieses, die nicht nur Zeit sparen, sondern vor allem ausreichend Hilfestellungen für Laien beinhalten.

Doch hinter der Erstellung eines Businessplans steckt viel mehr. Er ist nämlich einerseits dafür da, um Planungssicherheit zu gewährleisten, weil sich die Jungunternehmer mit ihrer Idee erneut bis ins Detail auseinandersetzen. Andererseits wird er benötigt, um externe Geldquellen wie Banken, Investoren oder Fördermittel-Institutionen davon zu überzeugen, in die eigene Idee zu investieren. Wer sich zu Beginn unsicher ist, sollte die Hilfe eines Gründerberaters in Anspruch nehmen. Das Erstgespräch ist in der Regel umsonst, jedes weitere kann allerdings auf Antrag von Bund und Ländern finanziell unterstützt werden.



Patente, Schutzrechte und Genehmigungen

Wer ein neues Produkt auf den Markt bringen will, sollte sich unbedingt im Vorfeld absichern, dass keine Patentrechte verletzt werden und gegebenenfalls selbst ein Patent anmelden. Der Vorgang ist oftmals sehr zeitintensiv, daher müssen Gründer ausreichend Zeit einplanen. Notwendige Informationen rund um Schutzrechte und Patente erhält man beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA). Dieses gleicht den aktuellen Stand der Technik ab und legt fest, ob eine Patentverletzung vorliegt bzw. ob ein Patent auf das Produkt angemeldet werden kann.

Anschließend gilt es notwendige Genehmigungen und Zulassungen einzuholen. Diese sind in der Regel abhängig von der gewählten Branche. Wer sich beispielsweise im Handwerk selbstständig machen will, unterliegt der Meisterpflicht sowie der Anmeldung bei der Handwerkskammer. In manchen Fällen ist hingegen die Industrie- und Handelskammer (IHK) Anlaufstelle Nummer Eins, wenn es darum geht, durch eine Sachkundeprüfung die notwendigen Kenntnisse für die Ausübung der Tätigkeit nachzuweisen.

Das Unternehmen bei den Behörden anmelden

Sobald Gründer alle Zulassungen und Genehmigungen erhalten haben, müssen sie ihr Unternehmen bei den Behörden anmelden. Je nach gewählter Rechtsform sowie Art der Tätigkeit unterscheiden sich die Anmeldungen. Zu den Gängigsten zählen Folgende:

  • Die Industrie- und Handelskammer bzw. die Handwerkskammer
  • Das Gewerbeamt
  • Das Finanzamt
  • Das Handelsregister
  • Die Berufsgenossenschaft

An dieser Stelle empfiehlt sich ein Besuch bei einem qualifizierten Rechtsanwalt. Dieser weiß genau, welche Behördengänge notwendig sind. Das ist besonders wichtig, da ansonsten die Gefahr eines Bußgeldes besteht, wenn eine relevante Anmeldung vergessen wurde.

Die Finanzierung

Ein wichtiger Teil der Unternehmensgründung ist die Finanzierung. Viele Gründer verfügen nicht über das notwendige Startkapital für ihre Selbstständigkeit und benötigen daher externe Finanzmittel. Diese kann man bei einer Bank, bei privaten Investoren oder über Fördermittel erhalten. Wichtig ist in erster Linie ein aussagekräftiger Businessplan. Denn dieser hilft Investoren dabei, herauszufinden, ob die Geschäftsidee lukrativ für sie ist Im Finanzplan sollten Jungunternehmer daher unbedingt folgende Punkte berücksichtigen:

  • Kapitalbedarflaufende Kosten
  • Höhe des Eigenkapitals
  • bisher investierte Ausgaben
  • Notwendige Hard- und Software

Selbstverständlich benötigt ein Unternehmen neben einer geeigneten Lokalität branchenspezifisches Equipment. Das wären unter anderem:

  • Computer oder Laptops
  • Multifunktionsgeräte bestehend aus Drucker, Scanner und Kopierer
  • ergonomische Schreibtische und Bürostühle
  • Telefone

Diese technischen Geräte bilden die Grundausstattung für ein funktionierendes Büro. Weiterhin entscheiden sich viele Unternehmen für verschiedene Softwareprogramme, die ihnen den Arbeitsalltag erleichtern sollen. Zu den Gängigsten zählt beispielsweise Microsoft Office für die Bürotätigkeiten oder Google Drive, um ein gemeinsames Arbeiten an Dokumenten zu ermöglichen. Wichtig ist außerdem eine Buchhaltungssoftware. Bei der Wahl gibt es jedoch einiges zu beachten: In erster Linie sollte sie benutzerfreundlich sein, damit Gründer, die noch nicht über das notwendige Know-How verfügen, diese leicht bedienen können. Was ein Programm sonst noch können sollte und worauf Gründer beim Kauf achten sollten, thematisiert dieser Kaufratgeber.

Fazit

Eine Unternehmensgründung ist nicht einfach und sprichwörtlich gesehen kein Zuckerschlecken. Gründer sollten daher nicht zögern, sich bei Bedarf bei fachkundigen Experten Hilfe zu suchen. Dadurch werden potenzielle Stolpersteine frühzeitig erkannt und Anfängerfehler vermieden. Wer allerdings die ersten Schritte getan und sich letztendlich auf dem Markt etabliert hat, wird durch ein florierendes Geschäft belohnt.