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Sportwetten
Die Auswirkung der Wettsteuer in Deutschland

Die Auswirkung der Wettsteuer in Deutschland
Die Auswirkung der Wettsteuer in Deutschland FOTO: unsplash.com | thomas serer
Saarbrücken. Es war eine verhaltene Reaktion der Wettanbieter bei der Einführung der Wettsteuer. Im Juli 2012 hat der Bundestag die Steuer ins Rennwett- und Lotteriegesetz aufgenommen. Seither sind alle Sportwetter rechtlich dazu verpflichtet, genau fünf Prozent aller in Deutschland auf Sportwetten erzielten Umsätze steuerlich gelten zu machen.

Der Hintergrund und die Abwicklung der Steuer sind für die meisten Spieler und Wettanbieter nicht ganz klar. Es werden von den Anbietern unterschiedliche Modelle zur Berechnung der Steuer geltend gemacht. Gebührenfreies Wetten ist nur noch bei wenigen Anbietern möglich.


Gescheiterte Steuer

Führt die Bundesregierung eine Steuer ein, so geht es ihr meist um die Erzielung von Einnahmen für den Fiskus. Bei der Wettsteuer im Rennwett- und Lotteriegesetz ging es Mitgliedern des Bundestages primär um etwas Anderes. Als erstes Bundesland hatte Schleswig-Holstein ein eigenes Vergabeverfahren für Sportwetten-Lizenzen initiiert. Es war das erste EU-konforme Verfahren in Deutschland, wurde von nahezu allen anderen Bundesländern jedoch kritisch beäugt.



Um die Auswüchse des Alleingangs der Norddeutschen zu minimieren, wurde die Steuer auf Sportwetten eingeführt. Die Steuer war ähnlich umstritten wie die Restriktion von Online-Casinos. Die Sonderausgabe für Sportwetter sollte das Geschäft mit dem Wetten im Internet eindämpfen. Dazu wurde das 1921 eingeführte Rennwett- und Lotteriegesetz aus der Versenkung geholt und reformiert.

Das Vorgehen der Wettanbieter

Es gab nur wenige Anbieter, die sich nach der Einführung der Steuer wieder vom deutschen Markt zurückgezogen haben. Seriöse und vertrauensvolle Anbieter von Fußballwetten haben sich etabliert, andere Anbieter sind nach kurzer Abstinenz zurückgekehrt.

Bei der Abgabe der Steuer auf Sportwetten haben die einzelnen Buchmacher unterschiedliche Berechnungsmodelle entwickelt. Um die wirtschaftlichen Folgen durch die fünfprozentige Steuer zu reduzieren wurde bei einigen Anbietern die Quote gesenkt. Der Spieler erhält also weniger Geld für einen richtigen Tipp. Andere Sportwetter haben die Steuer auf den Gewinn erhoben und einen entsprechenden Abzug eingeführt. Das dritte und nur noch selten angewendete Modell sind steuerfreie Wettanbieter, die die Abgabe an den Fiskus über den eigenen Gewinn abrechnen.

Die Folgen für den Spieler

Für ambitionierte und gelegentliche Spieler hat das Gesetz praktisch keine Auswirkung mehr. Durch den hohen Konkurrenzkampf übertreffen sich die Sportwetter in Deutschland mit guten Quoten. Sie buhlen um die Gunst der Kunden und entwickeln immer neue Geschäftsideen. Das Smartphone ist dabei längst zum größten Markt geworden. Nicht nur schöne Fotos lassen sich damit machen, das mobile Platzieren von Wetten ist für die Anbieter von Sportwetten lukrativ.

Die fünfprozentige Steuer hat ihren eigentlichen Zweck - das Eindämmen von Glücksspielen in Deutschland - verfehlt. Für den Staat bleiben immerhin noch satte Einnahmen durch die Aufnahme der Steuer ins Rennwett- und Lotteriegesetz.