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Ernährung
Das steckt hinter Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten

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Saarbrücken. Unverträglichkeit oder Trend?

Das steckt hinter Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten


"Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!" - Noch in der Generation der Baby-Boomer hielt sich hartnäckig dieser Leitsatz. Doch inzwischen hat er offenbar seine Wirkung verloren. Heutige Generationen sind anspruchsvoller und zugleich fahrlässiger, was ihre Ernährung betrifft. Immer mehr Menschen scheinen an Unverträglichkeiten und Allergien gegenüber Nahrungsmitteln zu leiden, können deswegen dieses und jenes nicht mehr essen. Bei den einen ist das ärztlich bestätigt, andere vertrauen lieber ihrer Selbstdiagnose und wieder andere folgen dem aktuellen Food-Trend.

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Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten in Deutschland

In den Regalen der Supermärkte gibt es inzwischen zahlreiche laktose- und glutenfreie Produkte. Das verleitet zu dem Schluss, dass sehr viele Menschen in Deutschland an einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden.

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Die Ergebnisse einer Forsa-Umfrage, die 2016 im Auftrag der Techniker Krankenkasse durchgeführt wurde, spricht allerdings eine andere Sprache. Befragt wurden 1.200 deutschsprachige Menschen ab 18 Jahren unter anderem danach, welche Unverträglichkeiten und Allergien sie haben. Die Angaben wurden mit der Befragung aus dem Jahr 2013 verglichen.

Mit sieben Prozent ist die Anzahl der Laktoseintoleranten am größten. Der Wert hat sich seit der vorangegangenen Befragung fast verdoppelt. Damit ist auch eine vermehrte öffentliche Aufmerksamkeit dafür verantwortlich, dass scheinbar mehr Menschen laktoseintolerant sind. Sechs Prozent der Befragten reagieren allergisch auf Nüsse, genauso viele haben eine Fruchtallergie. Die Werte haben sich seit 2013 nicht geändert. Gegen Milcheiweiß sind drei Prozent allergisch. Gerade einmal ein Prozent der Befragten gab an, kein Gluten zu vertragen. Gleiches gilt für Fructose und Histamin. Weitere fünf Prozent leiden an einer anderen Nahrungsmittel-Unverträglichkeit.

Insgesamt ist also die Anzahl der Personen in Deutschland, die tatsächlich eine Intoleranz gegenüber bestimmten Nahrungsmitteln haben, sehr viel geringer, als man bei einem Gang durch den Supermarkt oder der medialen Aufmerksamkeit des Themas so meinen könnte.

Food-Trends 2018: Das essen die Deutschen

Viele Deutsche verzichten ganz freiwillig auf bestimmte Nahrungsmittel und folgen einem der Food-Trends, die immer wieder auftauchen. Beispielsweise ist das Frühstück nach langer Zeit nun wieder beliebter. Einige Food-Trends halten sich schon seit einigen Jahren, andere dagegen sind eher Neuheiten. Doch welche Food-Trends stehen aktuell auf den Speiseplänen der Deutschen und was steckt dahinter?

Vegan

Veganismus ist weniger ein Food-Trend, sondern vielmehr eine Lebenseinstellung. Der Gedanke dahinter: Für unsere Konsumgüter sollen keine Tiere leiden. Das bezieht sich nicht allein auf Nahrungsmittel, auch andere Konsumgüter wie Kleidung oder Kosmetika sind damit gemeint.

Was die Ernährung betrifft, werden alle Nahrungsmittel vom Speiseplan gestrichen, die tierischen Ursprungs sind: Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Milchprodukte. Manche verzichten auch auf Honig, andere auf Brot und Brötchen, wenn sie mit tierischem Fett ausgebacken sind. Außerdem ist tierische Gelatine tabu, die in Süßigkeiten, klarem Apfelsaft und Wein enthalten sein kann, und Produkte mit E-Nummern, weil sich dahinter oft tierische Stoffe verstecken.

Veganer essen frische Zutaten wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse und kaltgepresste Öle. Als Alternativen für die tierischen Pendants greifen sie zu Agavensirup statt Honig, Soja- oder Hafermilch sowie veganen Versionen von Eis, Schokolade und Käse. Wegen der doch recht langen Liste an Nahrungsmitteln, die bei dieser Lebensweise wegfallen, müssen Veganer besonders darauf achten, dass sie genügend Vitamin B12, Jod, Eisen und Kalzium zu sich nehmen.

Paleo

Die Paleo-Diät orientiert sich an der Ernährung des Menschen in der Steinzeit. Die bestand aus allem, was sich jagen, sammeln und fischen lässt. Insgesamt handelt es sich also ausschließlich um frische, natürliche und nährstoffreiche Nahrungsmittel: Gemüse, Früchte, Fisch, gesunde Fette sowie hochwertiges Fleisch, Nüsse, Eier und Samen. Zum Würzen werden frische Kräuter und Honig verwendet, Salz nur selten. Der Name Paleo leitet sich ab vom Paläolithikum, der Altsteinzeit.

Das Konzept hinter dieser Ernährungsweise: Der Mensch ist seinen Vorfahren genetisch gesehen sehr ähnlich, weswegen die damaligen Nahrungsmittel auch heute noch optimal zu unserem Organismus passen. Dagegen kann der Körper gemäß den Paleo-Anhängern das moderne, oft industriell gefertigte Essen nicht richtig verwerten.

Grundsätzlich ist bei der Paleo-Diät alles tabu, was erst nach der Einführung von Ackerbau und Viehzucht auf dem menschlichen Speiseplan aufgetaucht ist. Sprich: Getreide, Hülsenfrüchte, Milch und Milchprodukte, Süßigkeiten, Zucker im Allgemeinen, Alkohol, künstliche Zusatzstoffe, und industriell hergestellte Nahrungsmittel.

Raw Food

Rohkost liegt voll im Trend! Ähnlich wie beim Clean Food, lehnen die Trend-Anhänger Nahrungsmittel mit künstlichen Inhaltsstoffen ab und verzichten grundsätzlich auf alle Nahrungsmittel, die über 42 Grad erhitzt wurden. Damit wollen sie die Nährstoffe und Vitamine erhalten, die den Rohköstlern zufolge bei hohen Temperaturen zerstört werden.

Das bedeutet natürlich, dass dementsprechend viele Nahrungsmittel vom Speiseplan gestrichen werden, unter anderem Gemüsesorten, die im rohen Zustand giftig sind, sowie hitzebehandelte Nahrungsmittel und gebratenes Fleisch. Die Ernährung beschränkt sich daher bei vielen auf vegane Rohkost, bestehend aus Obst, Gemüse, Säften, Nüssen, Sprossen und Samen. Es gibt allerdings auch Raw Food-Anhänger, die rohes Fleisch, rohen Fisch und ungekochte Eier essen.

Slow Food

Genussvolles, bewusstes Essen - das steckt hinter dem Slow Food-Trend. Er stellt eine Gegenbewegung zum bekannten Fast Food dar. Gleichzeitig geht es darum, die regionale Küche mit heimischen pflanzlichen und tierischen Produkten zu erhalten.

Wichtig ist dabei auch die lokale Herstellung durch verantwortungsvolle Landwirtschaft und artgerechte Viehzucht, die jeweils nach traditionellen, ursprünglichen Verfahren durchgeführt werden. Auf den Tisch kommt also nur, was regional und saisonal angebaut werden kann. Auf alles andere verzichten die Anhänger der Slow Food-Bewegung.

Clean Food

Clean Food oder auch Clean Eating bedeutet, dass man auf künstliche Zusatz- oder Konservierungsstoffe sowie Farb- und Aromastoffe verzichtet. Stattdessen werden die Mahlzeiten immer frisch zubereitet. Auf den Teller kommt alles, was frisch und naturbelassen ist. Fertiggerichte, Fast Food, raffinierter Zucker, Alkohol und fertige Fruchtsäfte haben bei Clean Eatern nichts zu suchen. Selbst herstellen lautet die Devise.

Die Idee dahinter: Der Körper kann künstliche Inhaltsstoffe und Nahrungsmittel nicht oder kaum verwerten. Vielmehr schadet ein übermäßiger Konsum dem Organismus, da die Zusatzstoffe unter anderem die Produktion von Fettzellen anregen. Clean Eating ist eine vollwertige, ausgewogene Ernährung, die ganz ohne industrielle Nahrungsmittel auskommt.

Glutenfrei

Sich glutenfrei zu ernähren, ist schon länger ein Food-Trend in Deutschland. Viele greifen daher zu Nahrungsmitteln ohne Gluten. Dieses Klebereiweiß ist in zahlreichen Getreidesorten enthalten, darunter sind: Weizen, Dinkel, Gerste, Roggen, Hafer und Grünkern. Dazu kommt noch eine Reihe an Produkten, die unter Umständen Gluten enthalten. Deswegen fallen viele Nahrungsmittel für Gluten-Ablehner weg. Manch einer muss wegen einer Unverträglichkeit auf Gluten verzichten, der Großteil aber tut das freiwillig.

LOHAS

Lifestyle of Health and Sustainability, kurz LOHAS, ist ein Trend, dem inzwischen ein Großteil der deutschen Bevölkerung folgt. Wie der Name schon sagt, geht es den Anhängern um mehr Gesundheit und Nachhaltigkeit auf dem Speiseplan. Sie wollen sich bewusst ernähren und ihren Nahrungsmittelkonsum ethisch-moralisch und nachhaltig gestalten. Daher kaufen die LOHAS-Anhänger vor allem Bio-Produkte und regionale Nahrungsmittel.

Die Krux mit der selbstauferlegten Nahrungsmittelenthaltung

Was die Food-Trends angeht, gilt beim Essen das Gleiche wie in der Mode: Man muss nicht jedem Trend folgen. In Sachen Ernährung ist es unter Umständen eher ungesund bis schädlich, dauerhaft auf bestimmte Nahrungsmittel zu verzichten.

Ein Mix aus verschiedenen Ernährungsweisen ist oft die bessere Wahl und bringt Abwechslung in den kulinarischen Alltag. Damit wird es auf dem Teller nicht mehr langweilig und der Organismus wird optimal mit allen nötigen Nährstoffen versorgt.

Nur einem Food-Trend zu folgen, kann unter Umständen gefährlich für die Gesundheit werden, wenn man dabei bestimmte Nahrungsmittel gänzlich vom Speiseplan streicht und andere dafür im Übermaß konsumiert.

Einseitige Ernährung macht krank

Wer auf Fleisch verzichtet, bekommt unter Umständen nicht genügend Proteine. Zuviel ist aber auch nicht gut, denn eine sehr hohe Proteinzufuhr kann auf Dauer die Nieren belasten. Ein zu geringer Verzehr von milchhaltigen Nahrungsmitteln kann zu einem Kalziummangel führen. Fehlen Getreideerzeugnisse auf dem Speiseplan, wird unser Körper nicht ausreichend mit Ballaststoffen, Eisen und Zink versorgt. Bei einer glutenfreien Ernährung greift man Forschungen zufolge vermehrt zu Fisch und Reis, was einen höheren Anteil an Schwermetallen im Blut zur Folge hat.

Anhänger des Raw Food-Trends, bei dem das Essen nicht erhitzt wird, ernähren sich zwar ballaststoffreich und gesund, können aber aufgrund der fehlenden Garung viele Nährstoffe nicht so gut aufnehmen. Sie müssen außerdem bei rohem Fleisch, Fisch sowie rohen Samen und Sprossen penibel auf Frische und Hygiene achten.

Besonders für Schwangere, ältere Menschen oder Kinder ist eine zu einseitige Ernährung fatal. Sie haben einen höheren Bedarf an Nährstoffen und haben daher schneller mit Mangelerscheinungen zu kämpfen. Wer sich also dazu entschließt, das ein oder andere vom Speiseplan zu streichen, kann seinem Körper erheblichen Schaden zufügen.

Unverträglichkeiten, ihre Symptome und Ursachen

Neben diejenigen, die auf freiwilliger Basis auf bestimmte Nahrungsmittel verzichten, gibt es natürlich die Menschen, die auf ärztlichen Rat hin das ein oder andere Nahrungsmittel nicht mehr essen. Der Grund dafür kann eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sein.

Typische Symptome

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit können verschiedene Symptome auftreten, darunter sind:

• · Übelkeit und Erbrechen

• · Durchfall oder Verstopfung

• · Bauchschmerzen

• · Blähungen

• · kolikartige Bauchkrämpfe

• · Kopfschmerzen

• · Hautrötungen

• · Atembeschwerden

Die Symptome treten bei jedem anders und unterschiedlich stark auf, was auch mit der jeweiligen Ursache für die Beschwerden zusammenhängt.

Häufige Nahrungsmittelunverträglichkeiten

In den meisten Fällen sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten nicht angeboren, sondern entwickeln sich im Laufe des Lebens. Der Körper kann aus verschiedenen Gründen nicht (mehr) mit bestimmten Inhaltsstoffen umgehen, was sich nach dem Verzehr mit Beschwerden bemerkbar macht. Die folgenden vier Unverträglichkeiten kommen am häufigsten vor:

Laktoseintoleranz

Manch einer kann den Milchzucker, sprich: Laktose, nicht verwerten. Der Grund dafür ist ein Mangel an Laktase, dem Enzym, das den Milchzucker im Körper abbaut. Fehlt es an Laktase oder wirken die Enzyme nicht ausreichend, gelangt der Zucker in den Dickdarm und wird erst dort zerlegt.

Das sorgt für Beschwerden wie Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen. Milchzucker steckt in Milch und Milchprodukten sowie in manchen Süßigkeiten, vielen Fertigprodukten und sogar in bestimmten Brotsorten. Betroffene müssen aber nicht grundsätzlich auf all diese Nahrungsmittel verzichten. Es gibt mittlerweile ein großes Angebot an laktosefreien Produkten.

Fruktoseintoleranz

Fruchtzucker, sprich: Fruktose, findet sich in sehr vielen Nahrungsmitteln. Abgesehen von einem Großteil der Obstsorten, gehören auch süße Getränke, einige Naschereien (insbesondere die mit Überzug oder Glasur) sowie Süßungsmittel, gesüßte Fertiggerichte und sogar manche Gemüsesorten dazu.

Aus dem Darm gelangt der Zucker über ein Transporteiweiß ins Blut. Die transportierbare Menge ist bei jedem Menschen begrenzt. Wir vertragen Fruchtzucker also von Natur aus nur in Maßen. Bei manchen Menschen ist der Transportvorgang aber gestört, sodass sie nur eine sehr kleine Menge vertragen.

Wird diese Menge überschritten, zeigen sich typische Symptome wie Bauchschmerzen, Blähbauch und Durchfall. Die entstehen dadurch, dass der Fruchtzucker im Darm verbleibt und dort abgebaut wird. Ein völliger Verzicht auf Fruchtzucker ist bei einer Unverträglichkeit aber nicht nötig. Es reicht aus, fruchtzuckerreiche Nahrungsmittel nur in Maßen zu konsumieren.

Welche Menge der Körper verträgt, findet man durch Ausprobieren heraus. Allgemein ist Fruktose in Zusammenhang mit Milch, Milchprodukten und Traubenzucker bekömmlicher, da sie die Zuckeraufnahme erleichtern.

Glutenunverträglichkeit

Es gibt drei verschiedene Formen der Glutenunverträglichkeit, die schwerwiegendste davon ist die Zöliakie. Bei den anderen beiden Formen spricht man von Weizensensitivität und Weizenallergie.

Die Zöliakie ist keine Intoleranz im klassischen Sinne, da hier weder Enzyme fehlen noch eine Allergie vorliegt. Es handelt sich um eine chronische Erkrankung der Darmschleimhaut, die auf das Klebereiweiß Gluten reagiert, sodass das Immunsystem eingreift. Die Folge: Die Darmschleimhaut entzündet sich, was ganz unterschiedliche Auswirkungen hat. Typische Symptome sind unter anderem Nährstoffmangel, Verdauungsstörungen, Blutarmut, Müdigkeit und Gewichtsverlust.

Um die Beschwerden zu meiden, sollten Betroffene auf glutenhaltige Nahrungsmittel verzichten. Dazu gehören verschiedene Getreidearten und Haferflocken. Die Ursachen für eine Glutenunverträglichkeit liegen vermutlich in der Bakterienbesiedlung des Darms im Säuglingsalter. Babys, die nicht gestillt werden oder schon früh Antibiotika nehmen müssen, leiden eher an einer Zöliakie als andere. Der Körper lernt nicht, mit Gluten umzugehen und reagiert darauf mit Immunabwehr.

Histaminunverträglichkeit

Magen-Darm-Beschwerden, plötzliche Hautrötungen, eine laufende Nase, Juckreiz - wer unter einer Histaminunverträglichkeit leidet, kennt diese Symptome. Histamin spielt als Gewebehormon eine wichtige Rolle in vielen körperlichen Prozessen und ist auch in vielen Nahrungsmitteln enthalten, darunter:

• · Alkohol, besonders Rotwein

• · Sojasoße

• · Nüsse

• · Sauerkraut

• · Reifer Käse

• · Wurst, besonders Salami

Manche Nahrungsmittel enthalten zwar kein Histamin, sorgen aber dafür, dass das körpereigene Histamin ausgeschüttet wird. Die Ursache für die Unverträglichkeit ist noch nicht ganz geklärt. Vermutlich können manche Menschen Histamin nur langsam oder unvollständig abbauen. Das liegt wiederum an den Enzymen, die für den Histamin-Abbau zuständig sind. Produziert der Körper zu wenige oder sind sie teils inaktiv, verbleibt Histamin länger im Körper und verursacht Beschwerden.

Nicht alle Beschwerden sind gleich Intoleranzen

Es gibt typische Symptome, die auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hindeuten. Doch nicht immer sind Beschwerden wie Blähungen und Bauchschmerzen nach dem Essen auf eine Intoleranz zurückzuführen, sondern können auch harmlose Ursachen haben.

Unverträglichkeit ungleich Allergie

Zunächst einmal kann es auch sein, dass keine Unverträglichkeit, aber eine Allergie vorliegt, die für die Beschwerden verantwortlich ist. Da beides zu Intoleranzen zählt, kommt es häufig zur Unsicherheit bei der Unterscheidung der Begriffe. Da ist es auch wenig hilfreich, dass die Symptome sehr ähnlich ausfallen:

• · Schwellungen im Mund sowie im Nasen-Rachen-Raum

• · Übelkeit und Erbrechen

• · Durchfall

• · Atemnot

• · Juckreiz

• · atopische Ekzeme

• · Kreislaufversagen und weitere.

Sowohl bei einer Unverträglichkeit als auch bei Allergie können diese Beschwerden auftreten. Ob nun eine Unverträglichkeit oder eine Allergie vorliegt, ist nur über einen Test herauszufinden, da der Unterschied in der Ursache der Beschwerden liegt: Bei Intoleranzen fehlen dem Körper die notwendigen Enzyme, um bestimmte Nahrungsmittel beziehungsweise Inhaltsstoffe zu verarbeiten oder es sind zu wenige Enzyme vorhanden.

Bei einer Allergie entwickelt der Organismus Antikörper, die schon beim Verzehr von geringen Mengen allergische Reaktionen hervorrufen. Allergiker müssen also vollständig auf die potenziellen Auslöser verzichten, während bei einer Unverträglichkeit meist kleine Mengen problemlos konsumiert werden können.

Beschwerden durch Selbstdiagnose

In immer mehr Fällen ist eine falsche Selbstdiagnose der Grund, dass sich bestimmte Beschwerden bemerkbar machen. Anders als früher, als Intoleranzen nur wenig bekannt waren, sind sie heute viel häufiger öffentliches Thema und die Medizin ist ein gutes Stück weiter - sprich, die Bevölkerung weiß heute viel mehr darüber, welche möglichen Unverträglichkeiten und Allergien es gibt und welche Anzeichen damit einhergehen.

Bei manchen führt das dazu, dass sie glauben, eine Unverträglichkeit zu haben, ohne aus medizinischer Sicht tatsächlich davon betroffen zu sein. Die eigentliche Ursache für die auftretenden Beschwerden ist in diesem Fall meist harmloser Natur. Symptome wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall treten auch dann auf, wenn wir zu hastig essen oder trinken, der Verdauungstrakt durch eine reichhaltige Mahlzeit mit Gemüsesorten wie Kohl oder Hülsenfrüchten überlastet ist oder eine große Menge an Zucker bewältigen muss.

Manchmal ist auch allein der Glaube an die negativen Effekte eines Inhaltsstoffes die Ursache dafür, dass Symptome einer Unverträglichkeit auftreten, obwohl eigentlich keine vorliegt.

Was tun bei wiederkehrenden Beschwerden?

Nicht immer stecken ernsthafte gesundheitliche Probleme hinter Beschwerden, wie sie für Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Allergien typisch sind. Kommt es nur gelegentlich zu Bauchschmerzen, Durchfall oder anderen Beschwerden, ist die Ursache wahrscheinlich harmlos. Bei stark anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden kann aber durchaus eine Unverträglichkeit oder Allergie vorliegen.

Besteht der Verdacht, dass bestimmte Nahrungsmittel die Probleme verursachen, sollte man einen Arzt aufsuchen, um Klarheit zu schaffen. Denn nur über Test lässt sich ermitteln, ob tatsächlich eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder eine Allergie dafür verantwortlich ist. Eine Erkrankung des Magen-Darm-Traktes und eine Lebensmittelvergiftung lassen sich somit ausschließen.