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Glücksspiel
Das Geldspielgesetz - Kommt die neue Regulierung?

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Saarbrücken. Für die Casino Branche wird der 10. Juli 2018 ein spannender Tag sein. Dann entscheidet sich, ob ausländische Online Casinos in der Schweiz weiter eine Zukunft haben. Doch was steckt hinter den neuen Maßnahmen zur Regulierung, die von den Eidgenossen verabschiedet werden könnten? Wir haben uns etwas genauer mit diesem Thema befasst.

1. Die Inhalte des Geldspielgesetzes


Zunächst ist es angebracht, auf die Natur des Gesetzes selbst zu blicken. Dieses bringt klar zum Ausdruck, dass im Internet nur noch schweizerische Online Casinos die Chance haben sollen, legal am Markt zu agieren. Internationale Unternehmen hätten von diesem Moment an kein Recht, weiter dort aktiv zu bleiben und die eigenen Angebote an die Kundschaft zu richten. Aktuell greifen die meisten Spieler noch auf Angebote ausländischer Anbieter zu, die jedoch das Spielen in Schweizer Franken ermöglichen.

2. Ursachen und Absichten

Einerseits verbirgt sich hinter dem Gesetz die Absicht, die heimische Wirtschaft zu stärken. Die Einsätze, die die Spieler im Internet tätigen, würden von diesem Moment an in der Schweiz verbleiben. Zudem zielt auch die neue Besteuerung darauf ab, dass die Beträge innerhalb der Landesgrenzen verbleiben. Bislang flossen diese Summen meist nach Malta oder Zypern. Dort haben Online Casinos zu sehr günstigen Bedingungen die Möglichkeit, eine Konzession zu erhalten. Zumindest in der EU wird dieses Vorgehen ihnen weiterhin die Chance bieten, am Markt geduldet zu werden.

Weiterhin wird das Vorgehen gegen die Gefahr der Spielsucht von den Befürwortern des Gesetzes in den Vordergrund gestellt. Besonders die ständige Verfügbarkeit der Spiele, wie sie in den vergangenen Jahren erreicht werden konnte, stelle eine Gefahr für die Spieler dar. Und in der Tat ist es mit wenigen Klicks möglich, sich in das eigene Konto einzuloggen. Auch Smartphone und Tablet reichen durch die Apps der Anbieter inzwischen aus, um direkt aktiv zu werden. An vielen Positionen zeigt sich also, wie groß die Verbindung der beiden Sachgebiete inzwischen geworden ist.



Weiterhin bleibt zu erkennen, dass die Anmeldung bei internationalen Online Casinos in der Vergangenheit für Schweizer sehr attraktiv war. Viele Unternehmen bieten ihren Kunden große Bonuszahlungen an, wenn sie sich für die Registrierung entscheiden. Auf diese Weise reicht zunächst eine moderate Einzahlung aus, um direkt mit viel Kapital ins Spiel zu starten. Natürlich ist damit ein starker Anreiz verbunden, wie er sich nicht so leicht leugnen lässt.

3. Reaktionen einer Branche

Die Branche der Casinos hat sich nun dazu entschlossen, auf die Entscheidung des Volksentscheids zu warten. Einerseits hoffen die Betreiber klassischer Spielbanken, dass dadurch die Bedeutung der Online Casinos zumindest in der Schweiz sinkt. Sie hatten schon in den vergangenen Jahren mit dem starken Druck zu kämpfen, wie ihn die digitalen Anbieter auf sie ausübten. Sollte sich die Zahl der digitalen Konkurrenten reduzieren, so würde dies für sie einen wichtigen Vorteil bedeuten. Dennoch ist ungewiss, welche Rolle sie in den kommenden Jahren noch am Markt spielen werden.

Auf der anderen Seite ist von einem Diktat des Staats die Rede. Und in der Tat muss darüber diskutiert werden, in welchen Branchen die staatliche Einmischung legitim ist und wo den Regulierungen ein Ende gesetzt werden sollte. Ohne das Vorliegen einer klaren kriminellen Handlung oder einer Gesetzeswidrigkeit wäre es schließlich kaum möglich, die in der Branche arbeitenden Menschen wirtschaftlich so sehr unter Druck zu setzen, wie dies aktuell geschieht.

Mögliche Folgen

Erst die Zukunft wird zeigen, ob die Verantwortlichen rechtliche Schritte gegen das Geldspiel Gesetz in Betracht ziehen werden. Während die finanziellen Motive aus schweizerischer Sicht leicht zu verstehen sind, bleibt die Frage zu klären, ob tatsächlich Erfolge im Kampf gegen die Spielsucht erreicht werden. Auch die strikte Ausgrenzung internationaler Unternehmen bleibt ein Subjekt, das kritisch zu betrachten ist.