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Versicherung
Berufsunfähigkeit: Experten weisen auf Risiken hin

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Saarbrücken. Verbraucherschützer schlagen Alarm: Jeder vierte arbeitende Deutsche wird berufsunfähig, bevor er die gesetzliche Altersrente erreicht. Dagegen können sich Arbeitnehmer mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung absichern – doch die kann nicht jeder mal eben abschließen, darauf weisen Fachleute hin.

Berufsunfähigkeitsversicherung und die Alternativen


Das Problem: Wer in einem körperlich anstrengenden oder riskanten Beruf arbeitet, zum Beispiel als Bauarbeiter oder Feuerwehrmann, hat es oft schwer, eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zu annehmbaren Konditionen abzuschließen. Gleiches gilt für Menschen mit Vorerkrankungen. Auf eine Absicherung ganz zu verzichten, wäre jedoch ein Fehler. Schutz vor Berufsunfähigkeit gilt als unverzichtbar.

Immerhin gibt es zur BU sinnvolle Alternativen, wie ein Sprecher von Swiss Life Select erklärt. Swiss Life Select ist ein bundesweit tätiger Finanzdienstleister, wurde 2017 vom Wirtschaftsmagazin „Focus-Money“ und dem Analyseunternehmen ServiceValue zum „Fairsten Finanzvertrieb“ des Jahres gekürt. Als Alternative zur BU bieten einige Versicherungen zum Beispiel einen sogenannten Dread-Desease-Schutz an, also eine Art „Schwere-Krankheiten-Versicherung“. Sie wird wirksam, wenn der Versicherte beispielsweise an Krebs erkrankt oder einen Schlaganfall erleidet. Unabhängig davon, ob der Betroffene noch arbeiten kann oder nicht, erhält er dann eine Einmalzahlung – und somit nicht wie bei der BU eine monatliche Rente.



Schutz vor Verlust bestimmter Fähigkeiten

Eine weitere Möglichkeit zur Absicherung stellt die Grundfähigkeitsversicherung dar. Darüber werden bestimmte körperliche Fähigkeiten versichert, zum Beispiel das Seh- oder Hörvermögen. Die Versicherung springt mit einer Rentenzahlung ein, wenn die entsprechende Fähigkeit verloren geht. Es lassen sich auch mehrere Fähigkeiten gleichzeitig versichern. Vor allem für Menschen, die in handwerklichen Berufen arbeiten, bietet sich die Grundfähigkeitsversicherung als Alternative zur BU an. Psychische Beeinträchtigungen sind hier – ebenso wie bei der Dread-Desease-Versicherung, aber nicht abgedeckt.

Gleiches gilt für sogenannte Multi-Risk-Versicherungen. Sie bestehen aus mehreren Bausteinen und kombinieren die Absicherung bei Krankheiten, dem Verlust von Fähigkeiten oder Behinderungen nach einem Unfall. Fachleute weisen allerdings darauf hin, dass die Leistungen im Schadensfall häufig geringer sind als bei einer Versicherung, die nur einen Bereich abdeckt.

Versicherung möglichst früh abschließen

Schließlich besteht noch die Möglichkeit, statt einer Berufsunfähigkeitsversicherung eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Sie springt ein, wenn der Versicherte weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten kann, egal ob in seinem Beruf oder in einer anderen Tätigkeit. Die Hürden der Gesundheitsprüfung sind hier ähnlich hoch wie bei der BU, bei einigen Vorerkrankungen können die Annahmekriterien allerdings etwas großzügiger ausfallen.

Generell sollte man alle Versicherungen, die eine Berufsunfähigkeit abdecken, möglichst früh abschließen – idealerweise schon als Schüler. Je jünger der Versicherte, umso günstiger sind in der Regel die Konditionen, da in jungen Jahren meist noch keine gravierenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen aufgetreten sind. Und: Die Einstufung in den Einstiegstarif bleibt bestehen, auch wenn der Versicherungsnehmer später in einen risikoträchtigeren Beruf wechselt.