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Pollenallergie: Symptome, Behandlung und Flugkalender 2022 im Überblick​

Die wichtigsten Infos für Allergiker : Pollenallergie: Symptome, Behandlung und Flugkalender 2022 im Überblick

Jedes Frühjahr wieder erwischt es diejenigen, die auf bestimmte Pollen allergisch reagieren. Sie leiden unter Pollenallergie, im Volksmund auch Heuschnupfen genannt. Was Sie darüber wissen sollten, erklären wir hier.

Für die einen ist der Frühling die schönste Zeit des Jahres, für die anderen bedeutet er juckende Augen und eine laufende Nase. Bei rund 15 Prozent der Erwachsenen wird laut Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums in München im Laufe ihres Lebens ein Heuschnupfen diagnostiziert.

Was sind Pollen?

Pollen sind Blütenstaub. Dieser Staub, der zu bestimmten Jahreszeiten in der Luft zu finden ist und Allergikern das Leben schwer macht, besteht aus Pollenkörnern. Das sind die Keimzellen von Pflanzen, die für die Fortpflanzung gebraucht werden. Die Samen einer Pflanze werden in den Pollenkörnern entweder durch Wind oder auch durch Bienen zu anderen Pflanzen transportiert. Einige von ihnen wie Erle, Hasel oder Gräser können Allergien auslösen.

Was ist eine Pollenallergie?

Bei einer Pollenallergie kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems auf einen Stoff, der ihm eigentlich nicht schadet: den Pollen, beziehungsweise den in ihnen enthaltenen Eiweißen. Dabei dauert der Prozess in der Regel ein Jahr. Beim ersten Kontakt bildet das Immunsystem Antikörper, allerdings brechen in diesem Stadium noch keine Symptome aus. Das passiert erst beim zweiten Kontakt: Der Körper, der bereits Antikörper gebildet hat, reagiert auf den Stoff.

Pollenkalender: Der jährliche Pollenflug nach Monaten im Überblick

  • Januar – Erle (schwach), Hasel (leicht bis mäßig)
  • Februar – Erle (mäßig bis stark), Hasel (mäßig bis stark), Esche (leicht), Pappel (leicht), Weide (leicht), Ulme (leicht)
  • März – Erle (mäßig bis stark), Hasel (leicht bis stark), Esche (leicht bis mäßig), Pappel (leicht bis stark), Weide (leicht bis mäßig), Ulme (leicht bis mäßig), Birke (leicht), Buche (leicht)
  • April – Erle (leicht), Hasel (leicht), Esche (mäßig bis stark), Pappel (leicht bis stark), Weide (mäßig bis stark), Ulme (leicht bis mäßig), Birke (leicht bis stark), Buche (leicht bis stark), Eiche (leicht bis stark), Ampfer (leicht), Roggen (leicht), Gräser (leicht), Wegerich (leicht)
  • Mai –Esche (leicht bis mäßig), Pappel (leicht), Weide (leicht bis mäßig), Ulme (mäßig bis stark), Birke (leicht bis mäßig), Buche (leicht bis mäßig), Eiche (leicht bis stark), Ampfer (leicht bis mäßig), Roggen (leicht bis stark), Gräser (leicht bis stark), Wegerich (leicht bis mäßig)
  • Juni –Esche (leicht), Pappel (leicht), Weide (leicht), Ulme (leicht), Buche (leicht), Eiche (leicht), Ampfer (mäßig bis stark), Roggen (leicht bis stark), Gräser (stark), Wegerich (stark), Beifuß (leicht)
  • Juli – Ampfer (leicht bis mäßig), Roggen (leicht), Gräser (mäßig bis stark), Wegerich (leicht bis mäßig), Beifuß (leicht bis mäßig), Ambrosia (leicht)
  • August – Ampfer (leicht), Gräser (leicht bis mäßig), Wegerich (leicht), Beifuß (mäßig bis stark), Ambrosia (leicht bis mäßig)
  • September – Ampfer (leicht), Gräser (leicht), Wegerich (leicht), Beifuß (mäßig bis stark), Ambrosia (leicht bis mäßig)
  • Oktober –Gräser (leicht), Wegerich (leicht), Beifuß (leicht), Ambrosia (leicht)
  • November – pollenfrei
  • Dezember – Erle (leicht), Hasel (leicht)

Welche Pollen fliegen wann? Der jährliche Pollenflug nach Bäumen & Gräsern im Überblick

  • Erle – Dezember bis April
  • Hasel – Dezember bis April
  • Esche – Februar bis Juni
  • Pappel – Februar bis Juni
  • Weide – Februar bis Juni
  • Ulme – Februar bis Juni
  • Birke – März bis Mai
  • Buche – März bis Juni
  • Eiche – April bis Juni
  • Ampfer – April bis September
  • Roggen – April bis Juli
  • Gräser – April bis Oktober
  • Wegerich – April bis Oktober
  • Beifuß – Juni bis Oktober
  • Ambrosia – Juli bis Oktober

Ist der Pollenflug jedes Jahr gleich?

Ob und wann Pollen fliegen, ist wetterabhängig. Dementsprechend kann der Pollenflug von Jahr zu Jahr variieren. Bei einem warmen Winter beispielsweise gibt es manchmal keine Pollenflug-Pause. Einige Faktoren bleiben beim Pollenflug unabhängig vom Wetter trotzdem immer gleich. Die Tageszeit und ungefähre Dauer des Pollenflugs sind im jedem Jahr dieselben, das gilt auch für die Reihenfolge, in der die Pollen in der Luft zu finden sind.

Symptome: Wie fühlt sich eine Pollenallergie an?

Typische Symptome eines Heuschnupfens sind:

  • Juckreiz
  • gerötete Augen
  • allergischer Schnupfen
  • bei Asthmatikern kann Atemnot hinzukommen

Bei Verdacht auf eine Pollenallergie hilft der Allergologe weiter. Er kann nicht nur auf Allergien testen, sondern auch die Behandlung übernehmen.

Beim Besuch des Allergologen werden in der Regel zunächst in einem Gespräch die Symptome erörtert. Bleibt der Verdacht auf eine Allergie bestehen, wird getestet, meist über die Haut.

Beim Hauttest werden kleine Mengen der allergieauslösenden Stoffe, Allergene, in die Haut gegeben. Im Anschluss wird beobachtet, auf welche Allergene der Betroffene reagiert. Bilden sich rote Flecken oder Pusteln, kann davon ausgegangen werden, dass der Betroffene auf den Stoff allergisch ist. Einen endgültigen Nachweis bringt ein Bluttest, mit dem sich die Ergebnisse des Hauttests verifizieren lassen.

Behandlung: Was hilft gegen eine Pollenallergie?

Sind die Symptome nur leicht ausgeprägt oder tritt die Allergie nur für einen kurzen Zeitraum im Jahr auf, können im ersten Schritt Nase und Augen ausgespült werden, um die Schleimhäute von den Pollen zu befreien. Zusätzlich bietet sich eine medikamentöse Behandlung an, die vorher im Zweifel mit einem Arzt abgesprochen werden sollte.

Genutzt werden kann dazu ein Nasenspray mit Cortison, das in vielen Fällen bereits die Symptome lindern kann. Reicht das nicht, können zusätzlich Augentropfen mit Antihistamin genommen werden. Hilft das auch nicht weiter, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Der kann zum Beispiel eine Cortisonspritze geben, wobei Experten empfehlen, sich vorher mit den Risiken und Nebenwirkungen vertraut zu machen, denn die Spritze kann unter anderem Osteoporose begünstigen.

Wie wird man eine Pollenallergie endgültig los?

Um Heuschnupfen dauerhaft loszuwerden, bietet sich eine Hyposensibilisierung an. Da es sich dabei um eine langwierige und unangenehme Prozedur handelt, wird sie von Ärzten in der Regel nur bei starken Symptomen, die das Leben des Betroffenen beeinflussen, oder bei Personen, die Gefahr laufen, Asthma zu entwickeln, empfohlen.

Eine Hyposensibilisierung dauert in der Regel drei Jahre. In diesem Zeitraum werden dem Allergiker immer wieder geringe Dosen des Allergens verabreicht, damit sich sein Immunsystem daran gewöhnen kann und nach und nach weniger darauf reagiert. Das geht mit Spritzen, Tabletten oder Tropfen.