Zuwanderer sind nicht krimineller als Deutsche

Zuwanderer sind nicht krimineller als Deutsche

Die Zahl der von Zuwanderern begangenen Straftaten ist zuletzt um fast ein Fünftel zurückgegangen. Das zeigt eine BKA-Studie. Marokkaner, Algerier und Georgier sind besonders oft unter den Verdächtigen.

Die ersten flächendeckenden Zahlen zur Kriminalität von Zuwanderern zeigen nach Darstellung des Innenministeriums, dass Ausländer nicht mehr Straftaten als Deutsche begehen. Ein neuer Bericht des Bundeskriminalamts (BKA) bestätige eine entsprechende Kernaussage einer früheren Erhebung, teilte eine Ministeriumssprecherin gestern mit: "Zuwanderer sind nicht krimineller als Deutsche." Die Daten würden dabei helfen, "die Diskussion zu versachlichen."

Dem BKA-Bericht zufolge begingen oder versuchten Zuwanderer im ersten Quartal des laufenden Jahres rund 69 000 Straftaten. Das entspricht einem Rückgang von 18 Prozent. 29,2 Prozent der Taten waren Diebstahlsdelikte, gefolgt von Vermögens- und Fälschungsdelikten (28,3). Dazu gehören zum Beispiel Betrug, Veruntreuung, Unterschlagung, Urkundenfälschung sowie das Erschleichen von Leistungen, auch das Schwarzfahren in Bussen und Bahnen. Auf 23,0 Prozent kamen Körperverletzungen und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. Laut Ministerium gibt es in der aktuellen Statistik kaum sexuelle Übergriffe oder Mord- und Totschlagsdelikte, die von Zuwanderern begangen wurden.

Gemessen an ihrem Anteil an der Zahl aller erfassten Zuwanderer waren Marokkaner, Algerier, Georgier, Serben und Tunesier überproportional häufig unter den Tatverdächtigen, hieß es. Syrer, Afghanen und Iraker wiesen zwar hohe absolute Zahlen auf, fanden sich aber anteilig unterdurchschnittlich häufig unter Tätern oder Verdächtigen. Unter Staatsangehörigen vom Balkan sowie aus Georgien waren dem BKA zufolge überwiegend Tatverdächtige von Diebstählen sowie Vermögens- und Fälschungsdelikten.