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Zollitsch: Priestermangel in der katholischen Kirche verstärkt sich

Zollitsch: Priestermangel in der katholischen Kirche verstärkt sich

Freiburg. Die katholische Kirche in Deutschland leidet nach dem Missbrauchsskandal unter einem größer werdenden Priestermangel. Immer weniger junge Männer wollten sich in den Dienst der Kirche stellen, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa

Freiburg. Die katholische Kirche in Deutschland leidet nach dem Missbrauchsskandal unter einem größer werdenden Priestermangel. Immer weniger junge Männer wollten sich in den Dienst der Kirche stellen, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Die Zahl der Neubewerber liege mit 150 auf einem Rekordtief. Im Jahr 2006 hatten sich noch 211 junge Männer beworben. Die Kirche werde daher ihre Werbung für den Priesterberuf verstärken. Man wolle versuchen, verloren gegangenes Vertrauen zurückzugewinnen. Eine schnelle Trendwende sei jedoch nicht zu erwarten. "Durch den Skandal ist ein ganzer Berufsstand beschädigt worden und bei so manchem in Misskredit geraten, was ungerecht und unfair ist", sagte Zollitsch. "Es ist völlig übersehen worden, was die mehr als 99 Prozent der Priester, die sich nichts haben zuschuldenkommen lassen, eigentlich in den Gemeinden und für die Gesellschaft leisten." Der Rückgang der Bewerberzahlen lasse sich durch eine starke Verunsicherung erklären. "Ein weiterer Grund liegt in unserer noch sorgfältigeren Auswahl." Es gebe intensive Vorgespräche, an denen auch Psychologen beteiligt seien. "Bei diesen Gesprächen wird geprüft, ob die Interessenten die richtige Motivation, die Kommunikationsfähigkeit und auch die Reife mitbringen, diesen Weg einzuschlagen." dpa