Widerstand mit Fußball

Meinung:Widerstand mit Fußball

Von SZ-MitarbeiterinSusanne Knaul

Unisono wehren sich Israel, die Palästinenser und Fifa-Präsident Joseph Blatter dagegen, Sport zu einem Politikum zu machen - und sie tun es doch. Wenn Israels Fußballverband fünf israelische Klubs aus den besetzen Palästinensergebieten aufnimmt, dann macht er sich mitschuldig beim Verstoß gegen das Völkerrecht, das die Besiedlung besetzter Gebiete verbietet. Und wenn die palästinensischen Kicker den Weltfußballverband als Bühne nutzen, um gegen Reisebeschränkungen, gegen die Bombardierung von Zivilisten und gegen die Konfiszierung von Importen zu protestieren, dann tun sie das nicht nur für sich selbst, sondern im Namen ihres Volkes.

Fußballchef Blatter sitzt damit wider Willen zwischen den Stühlen. Gerade jetzt, wo ihn nichts mehr interessiert als seine Wiederwahl zum Fifa-Präsidenten.