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„Wenn Outlets funktionieren, sind das Knaller“

„Wenn Outlets funktionieren, sind das Knaller“

Wie erklären Sie sich den Erfolg der Outlet-Center trotz des boomenden Online-Handels?

Wie erklären Sie sich den Erfolg der Outlet-Center trotz des boomenden Online-Handels?

Zentes: Man geht ja davon aus, dass gerade im "Non-Food-Sektor", also alles, was nicht zum Lebensmittel-Bereich zählt, der Online-Handel in den nächsten zehn Jahren deutschlandweit auf etwa 25 Prozent Marktanteil kommt. Das ist eine starke Entwicklung. Das heißt aber auch, dass in zehn Jahren noch 75 Prozent im stationären Handel kaufen. Was speziell die Outlets attraktiv macht, ist, dass es dort Marken-Ware zu extrem günstigen Preisen gibt, die qualitativ teils viel besser sind als die Online-Angebote. Dieses Schnäppchenjägertum ist ein wesentliches Motiv, warum gerade die Outlets bisher nicht wirklich unter dem Online-Handel leiden.

Warum unterstützen viele Kommunen diese Center?

Zentes: Wenn die Outlets funktionieren, dann sind das wirkliche Knaller. Das sind Orte, die zum Verweilen einladen. Die Kommunen sehen natürlich auch, dass ein Outlet wie in Zweibrücken Arbeitsplätze schafft. Aber das Argument, dass auch die Innenstädte davon profitieren würden, stimmt nicht. Es gab immer wieder Diskussionen, dass durch den Bau eines Outlets auch wieder mehr Menschen den Weg in die Innenstadt finden würden. Das war noch nie der Fall und das wird so auch nie sein. In die Innenstädte fließt keine Kaufkraft ab.

Sehen Sie auch zukünftig Potenzial für die Schnäppchenparadiese?

Zentes: Ich denke, dass es da eine Grenze nach oben gibt. Wenn die Top-Marken irgendwann an jeder Ecke billig angeboten werden, dann verlieren sie ihren Reiz. Aber das Schnäppchenjäger-Phänomen dominiert im Moment noch sehr stark.

Das Interview führte

Jana Freiberger.