Weiter Kritik an Rede des türkischen Ministerpräsidenten

Weiter Kritik an Rede des türkischen Ministerpräsidenten

Düsseldorf. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan (Foto: dapd) steht wegen seiner Düsseldorfer Äußerungen weiter in der Kritik. Die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) und FDP-Generalsekretär Christian Lindner (FDP) wiesen vor allem die Forderung Erdogans zurück, dass türkischstämmige Kinder in Deutschland zunächst Türkisch lernen sollten

Düsseldorf. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan (Foto: dapd) steht wegen seiner Düsseldorfer Äußerungen weiter in der Kritik. Die Integrationsbeauftragte Maria Böhmer (CDU) und FDP-Generalsekretär Christian Lindner (FDP) wiesen vor allem die Forderung Erdogans zurück, dass türkischstämmige Kinder in Deutschland zunächst Türkisch lernen sollten. "Die Sprache des Landes, in dem man auf Dauer bleibt, muss Vorrang haben", sagte Böhmer. Wer in Deutschland lebe, müsse die deutsche Sprache gut beherrschen. Sie kritisierte zudem, dass Erdogan in seiner Rede am Sonntag in Düsseldorf seine Landsleute erneut vor Assimilation gewarnt hatte. "Niemand will Türken in Deutschland ihre kulturellen Wurzeln nehmen", sagte sie.Lindner bezeichnete das Verhalten Erdogans als inakzeptabel: "Die deutsche Sprache ist die Geschäftsgrundlage für unser gemeinsames Miteinander." Es sei empörend, dass Erdogan "die Souveränität unseres Landes und der Menschen, die hier leben, infrage stellt".

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU), nahm den Erdogan in Schutz. Er könne an den Äußerungen "nichts Kritikwürdiges erkennen". epd