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Wegen Corona: Krankschreibung per Telefon bei Erkältung

Kostenpflichtiger Inhalt: Wegen Coronavirus : Krankschreibung per Telefon bei Erkältung

Wer an einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege leidet, kann sich nun per Telefon krankschreiben lassen. Die Sonderregelung wegen des Coronavirus gilt vorerst für vier Wochen – für wen genau?

Nach einem Anruf können Arztpraxen einem Patienten für maximal sieben Tage eine Bescheinigung auf Arbeitsunfähigkeit ausstellen. Das gilt aber nur, wenn der Erkrankte keine schwere Symptomatik aufweist oder die Kriterien des Robert-Koch-Instituts (RKI) für einen Verdacht auf das Coronavirus erfüllt.

Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) am Montag in Berlin geeinigt. Die Regelung greift ab sofort für zunächst vier Wochen. Sie soll Ärzten wie Patienten helfen, teilen die beiden Organisationen in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Auch mögliche Coronavirus-Patienten sollen sich im Saarland zunächst telefonisch in einer Arztpraxis melden – egal, ob es sich um den Hausarzt oder einen Facharzt handelt. Die niedergelassenen Mediziner entscheiden, ob es sich um einen Verdachtsfall nach den Richtlinien des RKI handelt. Trifft das zu, können die Praxen im Saarland seit vergangenen Donnerstag ein mobiles Ärzteteam zu den Betroffenen schicken lassen. Spontan hatten sich sechs Ärzte gemeldet, um in der Region mögliche Infizierte zu Hause aufzusuchen und zu testen.

Das von der Kassenärztlichen Vereinigung im Saarland organisierte Team darf Testabstriche nehmen, aber keine Untersuchungen durchführen. Die Betroffenen sollen bei einem Verdacht auf das Coronavirus ihre Wohnung nicht verlassen. Das Ziel sei, potenziell infizierte Patienten möglichst aus den Praxis fernzuhalten, hieß es in der vergangenen Woche in einer Pressemitteilung der KV.

Im Saarland war am Montag der sechste Coronavirus-Fall gemeldet worden. Betroffen ist ein junger Mann aus Merchweiler im Landkreis Neunkirchen. Er könnte sich im Skiurlaub in Südtirol angesteckt haben. Dagegen bestätigte sich der Verdacht auf eine Infektion bei einer jungen Frau aus Freisen im St. Wendeler Land nach einem ersten positiven Test nicht.