Warum kochen die Emotionen hoch?

ReligionWarum kochen die Emotionen hoch?Zu Leserbriefen zum Thema "Zölibat" (SZ v. 12./13. Feb.) Sich selbst zum Zölibat zu verpflichten, bleibt jedem unbenommen, ob er nun Priester, Fußballspieler oder Maler ist

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Warum kochen die Emotionen hoch?

Zu Leserbriefen zum Thema "Zölibat" (SZ v. 12./13. Feb.)

Sich selbst zum Zölibat zu verpflichten, bleibt jedem unbenommen, ob er nun Priester, Fußballspieler oder Maler ist. Diese Selbstverpflichtung als konservativ zu bezeichnen, ist auch keine Denunzierung: Im Zölibat werden Werte bewahrt - und genau so ist der Konservatismus definiert. Bis hierhin fasse ich nicht, wie sehr die Emotionen hochkochen, wenn es um das Thema geht. Ein Zwang zur Ehelosigkeit hat eine andere Dimension, aber es gibt auch keinen Zwang, Priester zu werden, zumindest nicht in Mitteleuropa. Das Zölibat ist eines der Themen, an denen das Christentum zu zeigen scheint, dass es nicht in einer Kirche zusammengehören will, die sich auf mehr als einen Minimalkonsens festlegt. Das ist traurig, aber es wird durch die Geschichte belegt: Luther wollte ursprünglich als katholischer Priester die katholische Kirche reformieren. Stattdessen führte dies bekanntlich zu einer Spaltung der westlichen Christenheit.

Johannes Rupp, Höchen