Bundestagswahl Saarland: Wahl-Party der Saar-Linken

Bundestagswahl Saarland : Wahl-Party der Saar-Linken

() Kaum Sekt, viel Kaffee und nachdenkliche Gesichter: So richtig in Feierlaune sind die Linken nach der Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen nicht. Trotz Stimmenzuwachs. „Neun Prozent!“ Kurze Jubelrufe hallen durch die Saarbrücker ATSV-Halle. Dann das blanke Entsetzen: die AfD zweistellig, die Linke nicht mehr drittstärkste Kraft. „Es schwimmen viele Protestwähler mit“, analysiert Sebastian Borchert, Nummer vier der Landesliste. Und über die regt sich Vorstandsmitglied Birgit Huonker mächtig auf. Das eigene Ergebnis sei ok, aber richtig freuen könne man sich nicht. Im Klartext: Das Ergebnis der AfD trifft die Linken bis ins Mark.

() Kaum Sekt, viel Kaffee und nachdenkliche Gesichter: So richtig in Feierlaune sind die Linken nach der Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen nicht. Trotz Stimmenzuwachs. „Neun Prozent!“ Kurze Jubelrufe hallen durch die Saarbrücker ATSV-Halle. Dann das blanke Entsetzen: die AfD zweistellig, die Linke nicht mehr drittstärkste Kraft. „Es schwimmen viele Protestwähler mit“, analysiert Sebastian Borchert, Nummer vier der Landesliste. Und über die regt sich Vorstandsmitglied Birgit Huonker mächtig auf. Das eigene Ergebnis sei ok, aber richtig freuen könne man sich nicht. Im Klartext: Das Ergebnis der AfD trifft die Linken bis ins Mark.

Die Landesvorsitzende Astrid Schramm spricht von einem „guten Ergebnis in einer schwierigen Situation“. Nach dem Live-Interview beim SR trifft sie gegen 19 Uhr in der ATSV-Halle ein. Die Landtagsabgeordnete Barbara Spaniol kommt etwas früher. Sie wirkt gelassen, nennt das Ergebnis einen „Erfolg für die Linke“, beschwört die Zugkraft von Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht. Wenn jetzt „Jamaika“ im Bund komme, werde „Wagenknecht den Lindner übertrumpfen können“. Doch reicht das für die Linke? „Wir stehen uns oft selbst im Weg“, sagt Kandidatin Gabriele Ungers. Zur Freude über Platz drei im Wahlkreis Saarbrücken mischen sich selbstkritische Töne. Gar keinen Ton gibt Spitzenkandidat Thomas Lutze von sich. Nach den ersten Hochrechnungen steht noch nicht fest, ob er sein Bundestagsmandat behalten wird. Der Wahlparty bleibt er vorsichtshalber fern. Ein Ergebnis der innerparteilichen Querelen? „Er hat ja noch gegen 20 Uhr einen Termin beim SR“, erklärt Huonker. Einige formulieren es direkter: „Er hat sich nicht getraut.“