Von „Rumble in the jungle“ zum „Thrilla in Manila“

Cassius Clay alias Muhammad Ali gilt als der beste Boxer aller Zeiten. Seine Kämpfe vor allem gegen Joe Frazier und George Foreman sind in die Box-Geschichte eingegangen und fanden auch in der Literatur und im Film ihr Echo.

25. Februar 1964, Miami Beach: Cassius Clay gegen Sonny Liston (1. WM-Kampf, Sieg, T.K.o. 7. Runde)

Vor seinem ersten WM-Fight, den er noch unter seinem "Sklavennamen" Cassius Clay bestritt, haute Ali nach 19 Siegen in 19 Profikämpfen mächtig auf den Putz. Er nannte Liston fortwährend einen "hässlichen braunen Bären" und spuckte große Töne. Liston schaffte nur sechs Runden und blieb dann, zermürbt von einem pfeilschnellen, technisch brillanten Gegner, in seiner Ecke sitzen. Dennoch war es für Ali eng geworden. In der Pause zwischen der vierten und fünften Runde klagte er über Sehprobleme und fordert seinen Trainer zum Kampfende auf. Doch Angelo Dundee stieß ihn kurz vor dem Abbruch in den Ring zurück und rettete Ali so die Karriere.

30. Oktober 1974 in Kinshasa/Zaire: Ali gegen George Foreman (K.o.-Sieg 8. Runde) Wohl über keinen Boxkampf wurde jemals mehr geschrieben (unter anderen Norman Mailers "The Fight") als über "Rumble in the jungle". Der sieben Jahre jüngere "Big George" Foreman galt als unschlagbare Kampfmaschine, dem 32 Jahre alten Ali wurden ein schneller K.o. und das Ende der Karriere prophezeit. Wegen einer Augenverletzung bei Foreman verlängerte sich die Vorbereitung auf über einen Monat. Beide Boxer blieben in Zaire. Foreman schottete sich ab, Ali suchte, wann immer es ging, den Kontakt zur einfachen Bevölkerung - die deshalb im Kampf auf seiner Seite war und das legendäre "Ali, bomaye!" (Ali, töte ihn!) anstimmte. In den ersten Runden überraschte Ali Foreman mit "rope a dope", dem "Verweilen in den Seilen". Foreman verausgabte sich, während Ali die wütenden Schläge an den Seilen abfederte und seinen Gegner immer wieder fragte: "Ist das alles, George?" Die K.o.-Maschine Foreman war keine langen Fights gewöhnt, Ali setzte aus der Deckung immer wieder Wirkungstreffer. Ende der achten Runde riskierte Ali alles - und fällte Foreman mit zwei Links-Rechts-Kombinationen. Ali war wieder Weltmeister, sieben Jahre, nachdem ihm der Titel genommen worden war.

1. Oktober 1975 in Manila/Philippinen: Ali gegen Joe Frazier (WBA/WBC-Titelverteidigung, Sieg durch T.K.o. in der 14. Runde) Wohl nie zuvor und danach war Boxen dramatischer, brutaler und zerstörerischer. Der "Thrilla in Manila" bildete den Höhepunkt der erbitterten Rivalität zweier Box-Legenden. Die Bedingungen im Araneta Coliseum waren brutal, bei Temperaturen weit über 30 Grad und unerträglich hoher Luftfeuchtigkeit in der Halle trieben sich die Kämpfer bis zum Äußersten. In der zweiten Kampfhälfte lieferten sich Ali und Frazier einen offenen Schlagabtausch bei enormem Tempo. In der 13. Runde kassierte Frazier fürchterliche Treffer, seine Augen schwollen zu. In der 14. Runde bewegte sich der selbst völlig erschöpfte Ali fast wie eine Marionette, doch seine Schläge hatten noch immer eine mörderische Wucht. In der Pause vor der 15., letzten Runde warf Fraziers Trainer das Handtuch. Ali brach zusammen, als er zum Jubeln aufstand.