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Uni erwartet 17 000 Studenten4500 Euro für drei hervorragende Studenten

Uni erwartet 17 000 Studenten4500 Euro für drei hervorragende Studenten

Saarbrücken. Dass auf die Hochschulen im Saarland in diesem Jahr mit dem doppelten Abiturjahrgang besondere Belastungen zukommen würden, war erwartet worden. Doch die Zahl der Immatrikulationen hat die Verantwortlichen der Saar-Uni dann doch überrascht

Saarbrücken. Dass auf die Hochschulen im Saarland in diesem Jahr mit dem doppelten Abiturjahrgang besondere Belastungen zukommen würden, war erwartet worden. Doch die Zahl der Immatrikulationen hat die Verantwortlichen der Saar-Uni dann doch überrascht. 3500 Studenten schrieben sich bisher zum Wintersemester 2009/2010 an der Hochschule ein, 900 mehr als im vergangenen Jahr, so Uni-Präsident Professor Volker Linneweber. Damit dürfte die Hochschule am Ende der Einschreibungsfrist die Marke von 17000 Studenten erreichen. Zum letzten Mal haben sich vor genau zehn Jahren soviele junge Menschen an der Saar-Uni immatrikuliert. Neben dem Zuspruch aus dem Saarland selbst ist der Ansturm auf die Uni auch durch die Hochschulwechsler zu erklären. 764 Studenten verlegten ihren Studienort in das Bundesland. Auch die Gruppe der ausländischen Studierenden stieg um 8,8 Prozent an. "Die Zahlen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind und die Angebote der Saar-Uni sowohl junge als auch erfahrene Studierende anziehen", sagt Professor Manfred Schmidt, Vizepräsident für Lehre und Studium.Rechtswissenschaft boomtDie größte Anziehungskraft scheint in diesem Jahr von der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät auszugehen. Allein in den Rechtswissenschaften liegt die Erstsemesterzahl mit aktuell 373 Studenten fast doppelt so hoch wie im Vorjahr. Aber auch die naturwissenschaftlichen Fächer kommen bei den Erstsemestern gut an. Das Fach Chemie zählt 125 Studienanfänger, was einem Zuwachs von über 200 Prozent bedeutet.Linneweber räumte ein, dass diese Masse an Studenten unerwartet sei und die Hochschule vor "nicht unerhebliche Probleme" stellen werde. Um die Qualität der Lehre und des Studiums auf dem aktuellen Stand halten zu können, brauche die Uni dringend mehr Personal, so Linnenweber. Einen Vorgeschmack auf vollbesetzte Hörsäle erhielten gestern gut 1100 Gäste, die bei der offiziellen Begrüßung der Erstsemester teilnahmen. Sie drängten sich dicht an dicht im Audimax, dem größten Vorlesungssaal der Uni, der nur 800 Sitzplätze hat. Linneweber bat die Studenten auch um Geduld beim Studienstart und versprach ihnen: "Wir werden nachsteuern. Sie werden nicht das ganze Semester auf den Stufen sitzen müssen." Doch dafür brauche die Uni mehr Geld. "Wir müssen wieder in die Verhandlungen des Hochschulpaktes einsteigen", forderte der Uni-Präsident. Der Pakt von Bund und Land sichert der Uni wegen des doppelten Abiturjahrgangs und geburtenstarken Jahrgänge dabei finanzielle Unterstützung. Das Problem: Für das aktuelle Wintersemester bis einschließlich Sommersemester 2011 errechneten die Verantwortlichen einen Mehrbedarf von Studienplätzen an der Saar-Uni von 750. Doch bereits jetzt seien 600 Plätze vergeben und in den kommenden Semestern werden Hunderte folgen, so Linneweber.Mit seiner Forderung stieße er zur Zeit aber auf taube Ohren. "Mit den Hochschulen spricht man bislang nicht." Volker Linneweber fordert auch beim Thema Studiengebühren einen finanziellen Ausgleich für die Hochschulen. "Wenn man den Aussagen der Parteien glauben darf, und das tue ich, werden die Studiengebühren fallen. Gleichzeitig gibt es auch deutliche Aussagen der Parteien, und an die halten wir uns auch, dass die Hochschule die wegfallende Summe im vollem Umfang ersetzt bekommt." Saarbrücken. Bei der gestrigen Semestereröffnungsfeier der Saar-Uni sind drei Diplomanden mit dem Kühborth-Förderpreis ausgezeichnet worden. Die Kühborth-Stiftung mit Sitz in Stuttgart, 1994 vom Ehrensenator der Saar-Uni Dr. Wolfgang Kühborth und seiner Frau Helga gegründet, hat es sich zur Aufgabe gemacht, Jung-Akademiker durch Geldpreise auszuzeichnen, die ihr Studium in besonders kurzer Zeit und mit herausragenden Noten absolviert haben.Preisträger Steffen Weißer (25) hat sein Mathematik-Studium nach nur acht Fachsemestern abgeschlossen und ist sowohl in den vier Prüfungen als auch in seiner Diplomarbeit mit "Sehr Gut" benotet worden. Derzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Saar-Uni und arbeitet an seiner Promotion. Auch Desiree Gaertner hat für ihr Studium nur acht Semester benötigt. Sie studierte Wirtschaftspädagogik, als Zweitstudium nach abgeschlossenem Studium der Betriebswirtschaftslehre, und schloss mit der Gesamtnote 1,3 ab. Die 28-Jährige beginnt nun ihr Referendariat an einer beruflichen Schule in Karlsruhe.In zehn Semestern hat Tobias Schmitt sein deutsch-französisches Doppelstudium in Werkstofftechnik abgeschlossen. Mit seiner Gesamtnote 1,2 erzielte er den besten Abschluss seines Jahrgangs. Zur Zeit arbeitet der 26-Jährige in einem Schweizer Unternehmen.Verliehen wurden die Kühborth-Förderpreise, die mit je 1500 Euro dotiert sind, von Monika Kühborth, der Tochter der Stiftungs-Gründers. Sie lobte die drei Preisträger für deren Engagement und ermunterte die anderen Studenten "nun auch entsprechend Gas zu geben". tha