Umfrage sieht AfD im Saarland bei elf Prozent

Umfrage sieht AfD im Saarland bei elf Prozent

Zehn Monate vor der Landtagswahl bleibt die CDU trotz Einbußen stärkste Kraft. Das zeigt die neue SR-Umfrage. Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer muss aber um ihre Macht im Land bangen.

Der bundesweite Höhenflug der AfD setzt sich nach einer neuen Umfrage im Saarland fort. Trotz der Querelen um Kontakte des Saar-Verbandes zu rechtsradikalen Gruppen würden elf Prozent der Saarländer der AfD ihre Stimme geben, wenn am Sonntag Landtagswahl wäre. Das geht aus dem gestern veröffentlichten repräsentativen "Saarland-Trend" von Infratest-Dimap für den SR hervor. Bundesweit sahen Umfragen die AfD zuletzt sogar bei bis zu 15 Prozent.

Klar stärkste Kraft bliebe im Saarland die CDU mit 34 Prozent. Im Vergleich zur "Saarland-Trend" vor einem Jahr büßt die Partei von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer jedoch sechs Punkte ein und fällt auch hinter das Ergebnis der Landtagswahl 2012 (35,2 Prozent) zurück. Auch die SPD müsste mit 29 Prozent Verluste hinnehmen, nachdem sie 2015 in der Umfrage 33 Prozent erreicht hatte. Dennoch hätte Anke Rehlinger als SPD-Spitzenkandidatin Chancen, Kramp-Karrenbauer abzulösen. Mit Linken (12 Prozent) und Grünen (7) könnte sie eine Regierungsmehrheit im Landtag bilden.

Der CDU bleibt derzeit nur die große Koalition. Die im Vorjahr noch denkbare Alternative Schwarz-Grün ist nach den jüngsten Zahlen in weite Ferne gerückt. Allerdings könnte der wieder greifbare Einzug der FDP in den Landtag (derzeit vier Prozent) die Lage deutlich verändern.

Nach Ansicht von CDU-Generalsekretär Roland Theis bestätigt die Umfrage seine Partei "klar als die führende politische Kraft im Saarland". Seine Amtskollegin Petra Berg sah die SPD "auf Schlagdistanz zur Union". Die Linke sah sich als "drittstärkste Kraft im Saarland nach wie vor fest verankert". Hubert Ulrich nannte die sieben Prozent der Grünen "erfreulich". AfD-Sprecher Rolf Müller kündigte an, bis zur Wahl "noch zulegen" zu wollen.