Migrant soll erschossen worden sein Eskalation der Situation an griechisch-türkischer Grenze

Athen/Brüssel/Berlin · Berichte über einen getöteten Migranten an der griechisch-türkischen Grenze haben neue Spannungen zwischen Ankara und Athen ausgelöst. Türkische Medien hatten berichtet, durch Schüsse griechischer Grenzschützer sei ein Mann getötet und mehrere Menschen verletzt worden.

Ein griechischer Regierungssprecher dementierte die Berichte.

Der griechische Sender Skai berichtete, auf der türkischen Seite warteten rund 12 500 Menschen auf die Möglichkeit, die Grenze zu überwinden. Der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas sprach von einer organisierten konzertierten Aktion. Die Menschen würden gezielt mit Bussen von türkischen Städten aus an die Grenze gebracht und per Kurzmitteilungen über die angeblich offene Grenze informiert.

Die EU-Kommssion will 160 Experten der EU-Staaten nach Griechenland entsenden. Die Grenzschutzagentur Frontex soll außerdem ein neues Programm für schnelle Rückführungen für jene Menschen auflegen, die nicht in Griechenland bleiben dürfen.

Angesichts der überfüllten Migrationslager auf den griechischen Ägäis-Inseln hat EU-Innenkommissarin Ylva Johansson zur Hilfe für Minderjährige aufgerufen.

In Deutschland pochte derweil die SPD-Fraktion auf Länderprogramme zur Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge aus griechischen Lagern. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte sich am Vortag unter bestimmten Voraussetzungen offen für die Aufnahme von rund 5000 Kindern und Jugendlichen in Europa aus den griechischen Flüchtlingslagern gezeigt. Einen deutschen Alleingang soll es jedoch nicht geben. Voraussetzung für eine derartige Hilfe ist Seehofer zufolge auch eine effektive Kontrolle an der EU-Außengrenze in Griechenland.

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