Triumph für Rechte bei Wahl in Frankreich

Triumph für Rechte bei Wahl in Frankreich

Unter dem Eindruck der Terroranschläge in Paris haben die Franzosen ihre regionalen Vertreter neu gewählt. Präsident François Hollande spürte zwar Rückenwind, klarer Wahlsieger sind jedoch die Rechtsextremen.

Drei Wochen nach den Anschlägen von Paris hat der rechtsex treme Front National (FN) bei den französischen Regionalwahlen einen klaren Sieg eingefahren. Die Partei von Marine Le Pen erreichte nach den ersten Prognosen rund 30 Prozent der Stimmen und wurde damit stärkste Kraft. In sechs Regionen lagen in der ersten Runde der Regionalwahlen die Kandidaten der Rechtsextremen vorn. Bislang hat die Partei noch nie in ihrer Geschichte eine Region regiert.

Die Sozialisten von Staatschef François Hollande erlitten mit knapp 23 Prozent die erwartete Wahlschlappe. Nach den Anschlägen von Paris hatte Hollande zwar deutlich bessere Umfragewerte eingefahren als zuvor, der Rückenwind erreichte seine Partei jedoch nicht. Den zweiten Platz hinter den Rechtspopulisten belegte deshalb gestern das konservativ-bürgerliche Lager von Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy mit rund 27 Prozent.

Nach den Anschlägen vom 13. November öffneten die Wahllokale am Morgen unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Sicherheitsleute durchsuchten die Taschen der Wähler, Polizisten und Soldaten patrouillierten verstärkt. Zu den Urnen gerufen waren 44,6 Millionen Franzosen, gewählt wurde in den 13 neu gebildeten Regionen und in vier Überseegebieten.

Auch in der Großregion aus Lothringen, Elsass und Champagne-Ardenne sahen die Prognosen den Kandidaten des FN als klaren Gewinner des ersten Durchgangs: Mit 37,8 Prozent hatte Florian Philippot zwölf Punkte Vorsprung vor Philippe Richert vom konservativen Bündnis. Der Sozialist Jean-Pierre Masseret lag abgeschlagen bei 15,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung in der Region betrug um 17 Uhr lediglich rund 37 Prozent. Das sind zwar rund vier Prozent mehr als bei der Regionalwahl 2010, aber deutlich weniger als im nationalen Durchschnitt (43 Prozent).

Wer in den Regionalparlamenten - vergleichbar mit den deutschen Landtagen - künftig den Regionalpräsidenten stellt, wird voraussichtlich erst in der zweiten Wahlrunde in einer Woche entschieden. > e, A 4: Meinung