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Tote bei Schüssen in Halle nahe der Synagoge

Medienberichte : Zwei Menschen sterben bei Schüssen vor Synagoge in Halle

Amoklage: In Sachsen-Anhalt ist es zu einem blutigen Zwischenfall gekommen. Das berichten mehrere Medien übereinstimmend.

Nach Schüssen vor der Synagoge in Halle/Sachsen/Anhalt Mittwochmittag (9. Oktober) sind zwei Menschen tot. Sie sollen auf offener Straße getötet worden sein. Nach übereinstimmenden Medienberichten sind Täter laut Polizei auf der Flucht. Sie sollen mit einem Auto unterwegs sein. Ein Verdächtiger sei festgenommen, berichtet der MDR.

Die Bevölkerung soll in den Häusern bleiben. Über Twitter haben sich Ermittler an die Öffentlichkeit gewandt. Der Bahnhof ist gesperrt. Nach Augenzeugenberichten ist ein mutmaßlicher Täter in Kampfmontur gesehen worden. Ob die Tat in Zusammenhang mit der Synagoge steht, ist noch unklar. Die Polizei war gegen 12 Uhr alarmiert worden. Berichte über Granaten wurden bislang nicht bestätigt.

Laut Augenzeugen habe ein Täter versucht, auf den jüdischen Friedhof zu gelangen. Er feuerte demnach mit Schrotflinte und Maschinengewehr. Ein Mädchen sei dabei gestorben.

Außerdem meldet die Nachrichtenagentur DPA weitere Schüsse in Landsberg, 15 Kilometer entfernt von Halle. Unterdessen berichtet der Rundfunk von Ausnahmezustand in Halle mit Sirenenlärm und Blaulicht. Ein Sprecher der Stadt vermeldet Amoklage. Die Bundesregierung spricht in einer ersten Stellungnahme von einer entsetzlichen Tat.

Unterdessen dehnte die Polizei sich die Ermittlungen auf Leipzig aus, wo an diesem Tag die Feiern anlässlich der Proteste anstehen, die zum demokratischen Wandel in der DDR vor 30 Jahren maßgeblich beigetragen hatten. Dort werde das Umfeld der Synagoge überwacht. Nach einem MDR-Bericht dürfen Schüler zweier naheliegender Grundschulen das Gebäude nicht verlassen. Eine weitere Schule sei evakuiert worden.