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Zinssenkung soll Konjunktur vor Absturz retten

Zinssenkung soll Konjunktur vor Absturz retten

Frankfurt. Mit einer spektakulären parallelen Zinssenkung haben gestern führende Notenbanken gegen einen neuen Kursrutsch an den Börsen und eine weltweite Rezessions-Angst angekämpft

Frankfurt. Mit einer spektakulären parallelen Zinssenkung haben gestern führende Notenbanken gegen einen neuen Kursrutsch an den Börsen und eine weltweite Rezessions-Angst angekämpft. Die Zentralbanken des Euro-Raums (EZB), der USA, Großbritanniens, Kanadas, der Schweiz, Schwedens senkten ihre Leitzinsen zeitgleich um 0,5 Prozentpunkte, so zum Beispiel die Europäische Zentralbank auf 3,75 Prozent. Es war die erste derartige gemeinsame Aktion seit den Terroranschlägen vom 11. September. Mit einer Senkung des Leitzinses soll die Wirtschaft angekurbelt werden. Sinken die Zinsen, können sich Firmen billiger Geld besorgen und investieren deshalb mehr. Zuletzt hatte die EZB mit einer Zinssenkung gezögert, weil niedrigere Zinsen auch zu höherer Inflation führen können.

Nach den Zinssenkungen erholten sich die Aktienmärkte nur kurz. Der Deutsche Aktienindex schloss, nachdem er morgens erstmals seit drei Jahren unter 5000 Punkte gesunken war, mit einem Minus von 5,9 Prozent bei 5013,62 Punkten. Der New Yorker Dow Jones lag zunächst leicht im Minus. Zuvor war der Nikkei-Index in Tokio zeitweise um fast zehn Prozent abgestürzt.

Der IWF sagt für Deutschland in diesem Jahr nur noch ein Wachstum von 1,8 Prozent voraus, für das kommende Jahr eine Stagnation mit null Prozent Wachstum. Noch im Juli hatte der IWF mit 2,0 Prozent für 2008 und 1,0 Prozent für 2009 gerechnet. In ihrem Gutachten sehen die IWF-Experten die Weltwirtschaft in der größten Krise seit den 30er Jahren. Die britische Regierung will derweil mit bis zu 50 Milliarden Pfund (65 Milliarden Euro) aus Steuergeldern große britischen Banken teilverstaatlichen. > SeiteA3: Berichte und Meinung afp