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Zehntausende Regime-Gegner beten gemeinsam im Zentrum Kairos

Zehntausende Regime-Gegner beten gemeinsam im Zentrum Kairos

Kairo. Zehntausende Menschen haben sich am Freitag auf dem Tahrir-Platz im Zentrum Kairos zum Freitagsgebet versammelt. Erstmals beteten die Gegner der Regierung von Präsident Husni Mubarak gemeinsam auf dem Platz, der zum Symbol ihres seit Tagen andauernden Protests geworden ist

Kairo. Zehntausende Menschen haben sich am Freitag auf dem Tahrir-Platz im Zentrum Kairos zum Freitagsgebet versammelt. Erstmals beteten die Gegner der Regierung von Präsident Husni Mubarak gemeinsam auf dem Platz, der zum Symbol ihres seit Tagen andauernden Protests geworden ist. "Dies ist eine ägyptische Bewegung, alle sind zu Muslimen und Christen geworden, sie sind gekommen, ihre geraubten Rechte einzufordern", sagte der Imam, der das Gebet leitete. Wer auch immer mit den Demonstranten verhandeln wolle, müsse zu ihnen auf den Platz kommen, denn sie hätten keine Partei, die sie vertrete. Das Gebet endete mit dem an Mubarak gerichteten Ruf "Verschwinde, verschwinde".Am Tag elf der Proteste lief auch das Rücktritts-Ultimatum der Opposition an Mubarak aus - die Demonstranten sprachen daher vom "Tag des Abgangs". Nach den Gebeten strömten sie wieder in Massen auf den Tahrir-Platz. Augenzeugen berichteten, rund 1000 Soldaten hätten bereits am Vormittag in der Innenstadt Kairos Stellung bezogen. Die Armee rollte Stacheldraht an den Zugängen zum Platz aus, um Ausweiskontrollen sicherzustellen. In den Nebenstraßen der Innenstadt versammelten sich auch tausende Mubarak-Anhänger. Medienberichten zufolge kam es zu vereinzelten Zusammenstößen. Mubarak-Anhänger hätten Demonstranten mit Steinen beworfen. Schlägertrupps versuchten, den Regimegegnern den Weg abzuschneiden. Kleinere Kämpfe wurden auch aus Alexandria und Port Said gemeldet.

In Syrien fand ein Aufruf der Opposition zum "Tag des Zorns" keine Resonanz. Nahe des Parlamentsgebäudes in der Hauptstadt Damaskus waren am Nachmittag statt Demonstranten nur kleine Gruppen von Sicherheitskräften in Zivil zu sehen, wie Augenzeugen berichteten. afp/dpa