Zahl der Toten im Verkehr soll weiter sinken

Berlin/Saarbrücken. Mehr Platz für langsame Lkw, Gesundheitschecks für alte Autofahrer und eine Werbeoffensive zum Helmtragen beim Radeln: Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will mit einem Sicherheitspaket die Zahl der Verkehrstoten auf bis zu 2300 pro Jahr senken. Dazu stellte er gestern ein neues Verkehrssicherheitsprogramm vor

Berlin/Saarbrücken. Mehr Platz für langsame Lkw, Gesundheitschecks für alte Autofahrer und eine Werbeoffensive zum Helmtragen beim Radeln: Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will mit einem Sicherheitspaket die Zahl der Verkehrstoten auf bis zu 2300 pro Jahr senken. Dazu stellte er gestern ein neues Verkehrssicherheitsprogramm vor.Es soll dazu beitragen, die Todesfälle bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. "Jeder Tote ist einer zu viel", betonte Ramsauer. Die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr geht allerdings schon seit Jahren zurück. Im vergangenen Jahr wurden hier bundesweit 3648 Menschen getötet. Das war der tiefste Wert seit Einführung der Unfallstatistik 1953. Verletzt wurden 370 000 Menschen.

Im Saarland hat sich von 1999 bis 2010 die Zahl der jährlichen Todesopfer auf 42 halbiert. 1972 erlebte sie mit 341 Toten einen Rekord. Grund für den Rückgang ist "ein ganzes Bündel von Maßnahmen", wie der Verkehrsexperte der saarländischen Polizei, Bernd Brutscher, gestern der SZ erklärte. Hierzu zählte er technische Neuerungen, schärfere Gesetze und Kontrollen, bessere medizinische Hilfe und die Verkehrserziehung.

Bundesweit wird der volkswirtschaftliche Schaden durch Unfälle aber immer noch auf jährlich 30 Milliarden Euro geschätzt. Das neue Ziel Ramsauers soll unter anderem erreicht werden mit mehr Geschwindigkeitskontrollen und Blitzanlagen, flexiblen Tempolimits und 5500 zusätzlichen Lkw-Plätzen bei Raststätten, damit die Fahrer mehr Ruhepausen einlegen können. Zudem sollen etwa Autobahnen durch mehr Rüttelstreifen sicherer werden. Diese erzeugen beim Spurwechsel eine Vibration und sollen Unfälle verhindern, bei denen ein Auto durch Unachtsamkeit von der Fahrbahn abkommt. Zudem soll es eine zeitweise Freigabe von Standstreifen geben, etwa an Steigungen, wo Lkw oft den Verkehr blockieren. Für Motorräder werden mehr Antiblockiersysteme gefordert, zudem soll der Schutz vor Geisterfahrern durch Warntafeln verbessert werden. Für Radfahrer wird ein Helm empfohlen - eine Pflicht gibt es nicht. dpa/tho

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