1. Nachrichten
  2. Politik
  3. Topthemen

Wirtschaftsforscher sagen schnelle Erholung voraus

Wirtschaftsforscher sagen schnelle Erholung voraus

Berlin. Führende Wirtschaftsforschungs-Institute erwarten nach der schwersten wirtschaftlichen Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg eine schnellere Erholung als bislang vermutet

Berlin. Führende Wirtschaftsforschungs-Institute erwarten nach der schwersten wirtschaftlichen Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg eine schnellere Erholung als bislang vermutet. In ihrem gestern vorgestellten gemeinsamen Herbstgutachten rechnen sie für 2010 mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,2 Prozent, nachdem sie im Frühjahrsgutachten noch von einem Minus von 0,5 Prozent ausgegangen waren. Für dieses Jahr erwarten sie einen Einbruch von 5,0 Prozent, der damit allerdings etwas geringer ausfällt als noch im Frühjahr mit 6,0 Prozent angenommen. In diesem Herbst scheint der Tiefpunkt der Rezession durchschritten, hieß es. Vieles deute auf eine konjunkturelle Erholung hin. Die Lage auf den Weltfinanzmärkten habe sich "erheblich entspannt". Die deutsche Wirtschaft komme aber nur langsam aus der Krise.

Die Zahl der Arbeitslosen wird nach Auffassung der Forscher noch einmal deutlich steigen, allerdings weniger stark als bislang befürchtet. So rechnen sie für 2009 mit durchschnittlich 3,5 Millionen Arbeitslosen, und für 2010 gehen sie von durchschnittlich 4,1 Millionen Menschen ohne Job aus. Die öffentlichen Haushalte würden durch die Rezession deutlich belastet. So dürfte die Defizitquote in diesem Jahr auf 3,2 Prozent und 2010 auf 5,2 Prozent des BIP steigen, erlaubt sind im Euro-Raum drei Prozent.

Daher sei ein strikter Sparkurs unumgänglich, sagte der Konjunkturchef des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI), Roland Döhrn, bei der Vorstellung des Gutachtens. Der Sparkurs sollte wegen der schwachen Konjunktur aber erst 2011 beginnen. Empfohlen würden nicht höhere Steuern und Belastungen, sondern Kürzungen bei den Ausgaben und der Abbau von Steuervergünstigungen. Steuersenkungen dürften nicht durch Kredite, sondern nur durch Einsparungen an anderer Stelle ermöglicht werden. und Interview ddp