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Wirbel um Lärmschutz-Mauer vor Münchner Flüchtlingsheim

Wirbel um Lärmschutz-Mauer vor Münchner Flüchtlingsheim

Sie ist höher als die Berliner Mauer : Ein vier Meter hoher Wall soll die Nachbarn vom Lärm einer neuen noch nicht bezogenen Flüchtlingsunterkunft in München abschotten. Kein schönes Bild ausgerechnet für die bayerische Landeshauptstadt, die sich für ihren Umgang mit dem Zustrom Tausender Flüchtlinge vor gut einem Jahr weit über Deutschlands Grenzen hinaus Anerkennung verschafft hat. Jetzt aber sind die Fotos der hässlichen Mauer auch in England, Frankreich und Italien zu sehen.

Anwohner im Stadtteil Neuperlach haben die Mauer erstritten. Rund 160 junge, unbegleitete Flüchtlinge sollen dort in Kürze einziehen. Der Bezug war ursprünglich schon zu Jahresbeginn geplant. Allerdings hatten Nachbarn dagegen geklagt. Die Fronten seien verhärtet gewesen, sagte die für Soziales zuständige Dritte Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD ). Deshalb habe es im Juni ein Gespräch im Rathaus mit Anwohnern, Bezirksausschuss und Verwaltung gegeben. Dabei sei ein Lärmschutz als Kompromiss ausgehandelt worden, damit die 2014 geplante Unterkunft endlich gebaut werden konnte. Strobl betonte, das Heim sei keineswegs von einer Mauer umgeben. "Die Mauer steht nur an einer Seite, zu den Einfamilienhäusern hin."

Guido Bucholtz vom Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach nannte den Schallschutz ein fadenscheiniges Argument. Das Signal sei vielmehr, dass man Flüchtlinge nicht haben wolle.