„Wir Veganer werden immer mehr“

„Wir Veganer werden immer mehr“

Nicht alle Deutschen lieben Fleisch. Die Zahl der Vegetarier wächst seit Jahren, angeblich sind es fast sieben Millionen. Zudem gibt es Schätzungen zufolge hierzulande 600 000 Veganer, die nicht nur den Verzehr von Fleisch ablehnen, sondern alle Produkte, die von einem Tier stammen. SZ-Redaktionsmitglied Elsa Middeke hat mit der Veganerin Petra Bour (48) aus Spiesen-Elversberg gesprochen.

Frau Bour, warum essen Sie kein Fleisch?

Petra Bour: Ich möchte nichts essen oder trinken, wofür ein Tier gelitten hat. Es ist nicht richtig und nicht notwendig, dass man Tiere in irgendeiner Art benutzt oder konsumiert.

Wie können wir uns vorstellen, wie das genau geht: vegan zu leben?

Bour: Es bedeutet mehr als bloß vegan zu essen. Es heißt, auf sämtliche tierischen Produkte zu verzichten: Leder, Pelz, Pflegeprodukte. Alle Dinge, für die Tiere leiden oder sterben mussten oder für die sie benutzt worden sind, sind tabu. Zum Beispiel auch Milch. Oder Honig.

Deutschland gehört europaweit zu den Spitzenreitern bei Fleischkonsum, Schlachtung und Tierhaltung. Wie sieht Ihre Meinung dazu aus?

Bour: Der aktuelle "Fleischatlas" zeigt, dass der weltweite Konsum in die Höhe steigt, in Deutschland aber geht er zurück. Wir Veganer werden immer mehr.

Dennoch isst ein Deutscher durchschnittlich 60 Kilogramm Fleisch im Jahr. Muss der vegane Trend sich hierzulande also noch vergrößern?

Bour: Vegan soll kein Trend sein, sondern sollte bei der Bevölkerung zu einer Zwangsläufigkeit werden - bezüglich jeglicher Tierhaltung. Es soll eine Umstellung werden: Ich verändere mein Leben, ich werde vegan. Das ist kein Trend, sondern eine Konsequenz.