Winter-Chaos behält Deutschland fest im Griff

Berlin/Saarbrücken. Die winterlichen Bedingungen haben den Verkehr in weiten Teilen Westeuropas ausgebremst. Angesichts der chaotischen Zustände an zahlreichen Flughäfen plädierte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) für eine Lockerung des Nachtflugverbots

Berlin/Saarbrücken. Die winterlichen Bedingungen haben den Verkehr in weiten Teilen Westeuropas ausgebremst. Angesichts der chaotischen Zustände an zahlreichen Flughäfen plädierte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) für eine Lockerung des Nachtflugverbots. Gerade zur Weihnachtszeit müssten "insbesondere gestrandete Passagiere, die etwa zu ihren Familien unterwegs sind, schnellstmöglich an ihr Ziel gebracht werden", sagte er. Allein am Frankfurter Flughafen fielen gestern knapp 380 Flüge aus, europaweit sitzen tausende Passagiere fest. Bei der Bahn gab es teils erhebliche Verspätungen, so ein Sprecher.

Mit Blick auf die Behinderungen im Straßenverkehr wandte sich Ramsauer gegen eine flächendeckende Schneeketten-Pflicht für Lkw. Dies sei nur auf geschlossener Schneedecke sinnvoll, ansonsten seien Fahrbahn-Schäden zu befürchten. Aus Sicht der Spediteure sind meist die Räumdienste schuld, wenn Lkw verschneite Autobahnen blockieren. "Wir zahlen fünf Millionen Euro an Maut, da könnte man eigentlich ein bisschen verstärkten Winterdienst erwarten", sagte gestern Verbandssprecher Ingo Hodea.

Im Saarland klagt vor allem das Rote Kreuz über verschneite Straßen. Wegen des eingeschränkten Winterdienstes seien Rettungswagen seit Freitag in 21 Fällen hängen geblieben, sagte Lukas Hoor vom Zweckverband Rettungsdienst Saar. Kommunen und der Landesbetrieb für Straßenbau weisen die Kritik zurück. Wegen des starken Schneefalls gab es auch gestern erhebliche Behinderungen auf saarländischen Straßen. Bis zum Abend meldete die Polizei 151 Unfälle, in sieben Fällen wurden Personen verletzt. Einige Verkehrsbetriebe im Land stellten den Busverkehr ein. Auch an den Flughäfen der Region macht sich das Winterwetter weiter deutlich bemerkbar: In Saarbrücken und Zweibrücken, am Hahn sowie in Luxemburg wurden Flüge gestrichen. > Seiten B 1 und D 5: Berichte, Seite A 4: Meinung red/dpa