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Wieder mehr als drei Millionen Arbeitslose

Wieder mehr als drei Millionen Arbeitslose

Saarbrücken/Nürnberg. Die Wirtschaftskrise hat im Dezember auch den deutschen Arbeitsmarkt erreicht. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen stieg gegenüber dem Vormonat um rund 114 000 auf 3,102 Millionen, teilte die Bundesanstalt für Arbeit (BA) gestern in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote stieg von 7,1 auf 7,4 Prozent

Saarbrücken/Nürnberg. Die Wirtschaftskrise hat im Dezember auch den deutschen Arbeitsmarkt erreicht. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen stieg gegenüber dem Vormonat um rund 114 000 auf 3,102 Millionen, teilte die Bundesanstalt für Arbeit (BA) gestern in Nürnberg mit. Die Arbeitslosenquote stieg von 7,1 auf 7,4 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr habe es 304 000 Arbeitslose weniger gegeben.

Die schlechte wirtschaftliche Lage sei auf dem Arbeitsmarkt angekommen, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise (Foto: dpa). Damit ende ein jahrelanger Aufschwung am Stellenmarkt. "Entsprechend gedämpft ist auch unser Optimismus für das Jahr 2009", erklärte Weise, ohne genaue Prognosen zu machen. Auch im Saarland stieg die Arbeitslosigkeit im Dezember leicht an, wie die Regionalagentur für Arbeit mitteilte. Hauptgrund seien saisonale Einflüsse. Den Angaben zufolge waren hierzulande 34 600 Frauen und Männer arbeitslos; das sind knapp 900 oder 2,6 Prozent mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote lag im Dezember bei 6,8 Prozent gegenüber 7,8 Prozent im Vorjahr.

Nach Ansicht von BA-Vorstandschef Weise zeigt sich der konjunkturelle Rückgang besonders stark beim Anstieg der Kurzarbeit. Zum Jahresende 2008 hätten Unternehmen Kurzarbeit für rund 300 000 Beschäftigte angekündigt, berichtete Weise. Ein Jahr zuvor seien es nur 10 000 gewesen.

Auch Saarstahl beantragte angesichts wegbrechender Aufträge von Ende Januar an für seine Mitarbeiter an drei saarländischen Standorten Kurzarbeit. Das Unternehmen reagiere damit auf die deutlich gedrosselte Produktion seiner Kunden, teilte der Konzern gestern mit.

Von Kurzarbeit betroffen sind nach Angaben eines Sprechers zunächst rund 2000 Beschäftigte. An den Standorten in Völklingen, Neunkirchen und Burbach beschäftigt Saarstahl etwa 4500 Menschen. Saarstahl beliefert unter anderem die Autoindustrie und deren Zulieferer. Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) sprach sich unterdessen für eine dauerhafte Verankerung des derzeit niedrigen Beitragssatzes zur Arbeitslosenversicherung von 2,8 Prozent aus. und Meinung dpa/ddp/red